Taschenspielertricks an der Elbe? Das Argument, das keines ist –wie Hamburg seine Bürger*innen mit Wissenschaft von Olympia überzeugen will 

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die deutschen Bewerberstädte umfangreiche Werbekampagnen betrieben. Insbesondere in den sozialen Medien war die Präsenz durch intelligentes Marketing bemerkenswert. In München entschied sich die Stadt, im Rahmen ihrer eigenen Agenda-Settings im Vorfeld der Volksabstimmung Informationsbroschüren zu verteilen, die ausschließlich die Argumente für die Ausrichtung der Olympischen Spiele enthielten. Der Vorwurf der Manipulation wurde erhoben, wobei Kritiker von Desinformation gegenüber der Bevölkerung sprachen.  

Parallel dazu prognostizieren die Befürworter der Bewerbung Hamburg bereits Einnahmen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich für die Hansestadt. In Hamburg wird der Sport mit Nachdruck als Wirtschaftsmotor präsentiert, wobei die Gründe für die Waghalsigkeit dieser Prognose im Folgenden erläutert werden. Berlin postuliert, die einzige Stadt mit internationaler Strahlkraft zu sein, an der kein Weg vorbeiführt. Die Tatsache, dass die städtischen Finanzen angespannt sind und Baustellen der Hauptstadt sich in Bereichen wie z. B. in der hohen Kinder- und Altersarmut, die über dem Bundesdurchschnitt liegt, befinden, wird nicht erwähnt.  Köln-Rhein-Ruhr bezeichnet das eigene Konzept als das nachhaltigste, aufgrund der zahlreichen vorhandenen Spielstätten in den Metropolregionen. 

Als Sportwissenschaftler und Anhänger des Sports befürworte ich ein Land, das reich an Bewegung und sportlichen Möglichkeiten ist. Eine psychisch gesunde und stabile Bevölkerung, unabhängig vom Alter, benötigt ein breites Spektrum an Bewegungsangeboten. Es ist unbestreitbar, dass jede Form des Sports, von Gesundheitssport über traditionellen Breitensport hin zum Leistungssport, in einer funktionierenden Gesellschaft eine Bedeutung hat.  Als Sportsoziologe bin ich entsetzt über die einseitige Darstellung der Auswirkungen von Olympischen Spielen, insbesondere angesichts der zunehmenden Evidenz für die umfangreichen negativen Konsequenzen dieses Großereignisses, die in den Bewerberstädten unzureichend oder gar nicht diskutiert werden. In sämtlichen Städten/Regionen wird von den kommunalen Behörden eine positive Grundhaltung gegenüber den Olympischen Spielen gefördert. Es vergeht kein Tag, an dem sich Einzelpersonen, Vereine oder Institutionen nicht für die Olympischen Spiele aussprechen und die Städte für die Ausrichtung werben. Dieses Fürsprechen stellt im Grunde kein Problem dar, sofern Städte und Organisatoren gleichzeitig auch die negativen Auswirkungen der Bewerbung und Ausrichtung der Spiele diskutieren und eine offene, transparente Debatte rund um die Spiele ermöglichen würden. 

Selbst im Fall einer umfangreichen und transparenten Aufklärung der Bevölkerung wäre es machbar, die Bevölkerung über die emotionale Ebene für die Ausrichtung zu begeistern. Diese wichtige, ausgewogene Aufklärung erfolgt jedoch nicht; stattdessen werden in allen Ausrichterstädten hohe Umsätze und sogar ökonomische Gewinne vorhergesagt. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit den negativen Aspekten fehlt. Alle beteiligten Institutionen und Personen haben ein Interesse an der Ausrichtung der Spiele. Politiker*innen streben danach, diejenigen zu sein, die sich öffentlichkeitswirksam für den Leistungssport engagieren und die Spiele in die Stadt gebracht haben. Sportverbände erhoffen sich eine verstärkte Unterstützung durch Bund und Land, während Sportfunktionäre auf einen weiteren Ausbau der Sportstrukturen und eine zusätzliche Professionalisierung im Breitensport sowie auf höhere Positionen im organisierten Sport hoffen. Sogar Tageszeitungen geraten in einen journalistischen Konflikt, da sie sich bei einer Bewerbung und Ausrichtung über umfangreiche Berichterstattung bereits Jahre vor den Spielen und während der Wettkämpfe freuen. Häufig gehen Zeitungen in den Gastgeberländern sogar offizielle Partnerschaften mit dem Internationalen Olympischen Komitee ein oder werden selbst Sponsoren, was absurd erscheint, aber beispielsweise in Tokio geschehen ist. Selbst Sportwissenschaftler können sich nicht vollständig abkoppeln, auch sie können auf eine Erhöhung der Drittmittel für Studien im Bereich des Leistungssports hoffen. Wer beabsichtigt, sich in einem solchen Gefüge noch gegen die Spiele auszusprechen? Das Ergebnis ist eine hegemoniale Interpretationsdominanz, die mit dazu beiträgt, dass Kritik an dem Projekt als illegitim betrachtet wird. 

Die Städte vermarkten die Olympischen Spiele als willkommenes Infrastrukturprogramm. Es ist alarmierend, wie viele Millionen Euro die Bewerberstädte und Regionen für den internen deutschen Wettbewerb aus Steuergeldern bereits investiert haben, insbesondere angesichts der häufig angespannten finanziellen Situation der Bewerberstädte und der Kürzungen der Fördermittel im Breitensport (siehe Berlin).  Nebelkerzen von mehr Wohnungen und neuem Nahverkehr werden kontinuierlich entzündet. Die lokale Wirtschaft wird durch das Versprechen von gesteigerten Umsätzen und verbesserter Infrastruktur angelockt. Es wird übersehen, dass in den vergangenen Jahrzehnten speziell multinationale Großkonzerne von den Olympischen Ringen profitiert haben, während der Mittelstand eher unter erhöhten Immobilienpreisen und Mieten gelitten hat.  

Nun richten wir unsere Aufmerksamkeit explizit nach Hamburg. Es wird der Bevölkerung und der Wirtschaft ein erheblicher Anstieg der Einnahmen im hohen Millionenbereich in Aussicht gestellt. Die Versprechen, die in zahlreichen Aussagen auf die HWWI-Studie (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstituts) verweisen, werfen jedoch mehrere grundlegende Fragen auf, die auch die anderen Bewerberstädte indirekt betreffen. Ein direkter Vergleich, wie er in der Hamburger Wirtschaftsstudie durchgeführt wurde, zwischen dem regulären Sportbetrieb mit seinen Sportveranstaltungen in einer Stadt und der Ausrichtung der Olympischen Spiele ist mehr als fragwürdig. Die unbestreitbare Stärke der Sportwirtschaft im Bundesland Hamburg (z. B. jeder Arbeitsplatz im Hamburger Sport sichert 2,3 Arbeitsplätze, siehe S.8 in der HWWI-Studie) impliziert nicht zwangsläufig, dass Hamburg in der Lage wäre, die Olympischen Spiele erfolgreich auszurichten, und dieses Großereignis automatisch zu weiterem wirtschaftlichen Wachstum führen würde. Ein Vergleich wäre eher wie der Versuch, den Erfolg eines lokalen Wochenmarkts in einem Stadtteil Hamburgs mit der Eröffnung eines neuen Großfestivals (wie dem Lollapalooza) zu vergleichen. Beide Bereiche sind mit der „Wirtschaft“ verbunden, jedoch unterscheiden sich die Skalen, Akteure, Zeiträume und finanziellen Risiken grundlegend. Eine gründliche Untersuchung sollte die jeweiligen spezifischen Auswirkungen berücksichtigen. Der Hamburger Sportbetrieb, der sowohl im Breiten- als auch im Profisport über gute Strukturen verfügt, weist einen Sportkalender auf, der über das gesamte Jahr verteilt mit einigen Höhen und Tiefen durchzogen ist. Eine solche Struktur stellt eine gänzlich andere Situation dar als die bei Olympischen Spielen, bei denen die Wettkämpfe konzentriert in einem sehr kurzen Zeitraum stattfinden. Die Olympischen Spiele sind sowohl zeitlich als auch räumlich stark konzentriert. Die ökonomischen Auswirkungen des Spielbetriebs in Hamburg zeichnen sich im Vergleich zu den Olympischen Spielen durch wiederkehrende, kleinere Einnahmen aus, die teilweise auch auf einzelne Stadtteile wie St. Pauli beschränkt sind. Die Olympischen Spiele hingegen erfordern erhebliche einmalige Investitionen, deren nachhaltige Wirkung anzuzweifeln ist. Der lokale Sport zielt auf Anhänger*innen, Bewohner*innen und Sponsoren mit lokaler Verbindung ab. Bei den Olympischen Spielen profitieren insbesondere das IOC durch erhebliche Steuervergünstigungen und internationale Großkonzerne. Lokale Sponsoren verfügen weder über die finanziellen Ressourcen, um sich an den Olympischen Spielen zu beteiligen, noch um von diesen zu profitieren. 

Die allgemeinen Aussagen der HWWI-Studie bezüglich des Wirtschaftsfaktors Sport sind unbestreitbar und in der Studie nachvollziehbar belegt. In Bezug auf die sehr wenigen Erwähnungen im Kontext der Olympischen Spielen, wird hier das Phänomen des sogenannten „Cherry Picking“ genutzt. Die Untersuchung zitiert ausschließlich positive Beispiele von Olympischen Spielen wie Atlanta (Arbeitsplätze, siehe Feddersen, Maennig, 2023 auf S. 75 in der Fußnote 7 der HWWi-Studie) und Salt Lake City (Profit für die Sport- und Freizeitindustrie, siehe Baumann, Engelhardt, Matheson, 2012, gleiche Fußnote), während die (zahlreichen) negativen Beispiele unerwähnt bleiben. Insbesondere die letzten drei Jahrzehnte waren von erheblichen Budgetüberschreitungen und gravierenden sozialen Konsequenzen in den Gastgeberstädten geprägt. Ein Beispiel hierfür ist die Fußnote, in der darauf hingewiesen wird, dass die Spiele nicht zu der gewünschten Steigerung der Touristenzahlen führen. Dieser Aspekt wird jedoch in den Schlussfolgerungen der Studie nicht weiter thematisiert. Da die Untersuchung ausschließlich auf den Hamburger Sport fokussiert ist, werden die negativen Konsequenzen des Großereignisses, wie Gentrifizierung, soziale Verteilungseffekte (Kostenübernahme durch die Gastgeberstadt), Umweltkosten, steigende Mietpreise, Militarisierung und Greenwashing, nicht berücksichtigt. 

Ein weiterer Mythos besteht darin, dass die Olympischen Spiele die Bevölkerung zu vermehrter körperlicher Aktivität anregen. Dies wurde bereits mehrfach widerlegt, insbesondere eindrucksvoll bei den Olympischen Spielen in London 2012. Dieses Ziel wird effektiver durch regelmäßige sportliche Aktivitäten in den Vereinen erreicht, die Integration, Gesundheit und Jugendförderung fördern.  

Die Studie betont die positiven Beispiele von Sportveranstaltungen in der Stadt Hamburg (HYROX, Triathlon, Tennismeisterschaften, die beiden Fußballbundesligisten HSV und St. Pauli usw., S.76-106). Dies führt auch zu einer fehlenden Diskussion über potenzielle alternative Einsatzmöglichkeiten der veranschlagten 8–10 Milliarden Euro. Die Opportunitätskosten könnten einen bedeutenden Wandel für die Stadt darstellen. Liegt bei den zuständigen Personen eine Ignoranz gegenüber den negativen Externalitäten vor? Das Problem besteht darin, dass die Studie und die präsentierten Daten aus einem kleinen lokalen System auf ein wesentlich größeres, anders organisiertes System übertragen werden, ohne zu berücksichtigen, dass diese Größenunterschiede ab einem bestimmten Punkt erhebliche qualitative Veränderungen hervorrufen und nicht nur quantitative (Maßstabsirrtum). Ein angesehenes Triathlon-Ereignis mit 300 000 Zuschauern, dessen Kosten sich auf mehrere Millionen Euro belaufen, lässt sich schwer mit dem global größten Megasportevent der Welt vergleichen (S.76-81). Die Budgets und Auswirkungen der Ausrichtung sind so unterschiedlich, dass ein solcher Vergleich, der übrigens auch immer wieder in München mit den European Championships angestellt wird, unangebracht ist. Zwei Studien der Universität Oxford belegen, dass die Budgets der Olympischen Spiele seit den 1960er Jahren durchschnittlich um 176 % überschritten wurden (siehe Flyvberg, 2016, 2021). 

Es ist daher befremdlich, dass viele beteiligte Personen behaupten, die Situation bezüglich der Olympischen Spiele habe sich seit der Volksabstimmung im Jahr 2015 erheblich verändert, das IOC habe Reformen initiiert, die nun Wirkung zeigen würden, und daher sei eine Bewerbung nun sinnvoll. Dies lässt sich anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht im Geringsten belegen. Ferner adressiert die HWWi-Studie keinen der Aspekte, die für die Bevölkerung 2015 wichtig waren und auch gegenwärtig beschäftigen, was jedoch nicht das primäre Ziel der Studie war. Es fehlt eine Analyse der Kosten der Spiele, der Verdrängung, des Gigantismus oder der Militarisierung der Spiele. Die Begründung der neuen Wirtschaftsstudie ignoriert so den demokratisch geäußerten Willen der Bürger*innen. 

Die viel zitierte Studie, von der Handelskammer Hamburg finanziert, soll den ökonomischen Aspekt des organisierten Sports, Hamburg als Wirtschaftsstandort und die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft illustrieren. Die Forschung wird von einer Einrichtung finanziert, die ein Interesse an den Resultaten hat. Es resultiert folglich ein geschlossener Kreislauf: Die Handelskammer initiiert die Studie, die politischen Akteure verwenden diese zur Begründung ihrer Bewerbung, was den großen Mitgliedern (Großunternehmen) der Handelskammer zugutekommt. 

Folglich stellt der in der Studie hergestellte Vergleich keineswegs einen Indikator für potenziellen Erfolg dar, sondern wird von den Befürworter*innen der Spiele als eine öffentlichkeitswirksame Ablenkung missbraucht. Diese interpretieren ihn als ein „Na siehste“ und hinterfragen ihre eigene Interpretation nicht. Es scheint, dass die Ergebnisse der Auftragsforschung gut zu den politischen Agenden passen, was dazu führt, dass kritische Nachfragen von den Befürworter*innen ausbleiben. Das grundlegende Problem besteht nicht in der Studie selbst, sondern in der Art und Weise, wie sie politisch instrumentalisiert wird. Die Untersuchung liefert Antworten auf Fragen bezüglich der lokalen Sportökonomie in Hamburg, wird jedoch als Antwort auf eine gänzlich andere Frage (die Machbarkeit der Olympischen Spiele) herangezogen, die in der Studie nicht adressiert wurde, ein typischer epistemischer Irrtum. Wenn dies bewusst geschieht, ist dies ein Missbrauch der wissenschaftlichen Autorität der beteiligten Forscher*innen, da diese die Schlussfolgerung nicht ziehen. Das Muster ist demnach eindeutig: Legitime Daten werden aus dem methodischen Kontext gezogen, um sie für den eigenen Argumentationsstrang zu nutzen, für den die Studie ursprünglich nicht konzipiert wurde. Daher ist die Studie selbst nicht zu hinterfragen, sondern erst nachfolgend durch die Interpretation der Beteiligten als Irreführung der Öffentlichkeit. 

„Wer noch einen Nachweis dafür braucht, wie Hamburg von Olympia profitieren kann, sollte diese Studie lesen.“ Innensenator Grote

Die Argumentationskette wird schnell deutlich: Der Sportsektor in Hamburg erzeugt eine Wertschöpfung von 5,3 Milliarden Euro und schafft über 14.000 Arbeitsplätze (HWWi-Studie, S.7, 68). Die Sportveranstaltungen in Hamburg generieren Tourismus und Medienpräsenz, was gemäß der Studie letztlich zu einem Wirtschaftswachstum beiträgt. In diesem Zusammenhang werden die Olympischen Spiele als das weltweit größte Sportereignis dargestellt. Die problematische Schlussfolgerung, die von den beteiligten Personen aus diesen Fakten gezogen wird, ist: Bewerbung für die Ausrichtung des größten Sportereignisses der Welt. Doch rechtfertigt die gegenwärtige Wertschöpfung der Hansestadt die Ausrichtung dieses Großereignisses? 

Warum ist die Argumentationskette für die Spiele dennoch so effektiv? Die in der Studie dargelegten Zahlen (5,3 Milliarden Euro, über 14.000 Arbeitsplätze) sind beeindruckend, jedoch liegt ein Trugschluss darin, von der Größe auf die Kompetenz zu schließen und dabei die Unterschiede in den Kategorien zu übersehen. Aufgrund der positiven Zahlen wird Hamburg als sportlich bedeutsam wahrgenommen, was die Olympischen Spiele als logische Folge erscheinen lässt.  

Die Studie und das Referendum

Was wäre zu tun, um weitere Fehlinterpretationen zu vermeiden? Folgende Fragen, die in der Studie nicht untersucht wurden, könnten helfen:  

Welchen Nutzen bringen die Spiele für die Stadt und die Region (Kosten-Nutzen-Analyse)?  

Wo liegen die realistischen Gesamtkosten, einschließlich eines umfassenden Risikopuffers (Risikoanalyse)?  

Welche olympische Infrastruktur ist nicht vorhanden?  

Wird eine Machbarkeitsstudie für die Infrastruktur durchgeführt? 

Welche finanziellen Aufwendungen sind für die Errichtung neuer Infrastruktur erforderlich? 

Welche Bestimmungen sind im Host-City-Vertrag festgelegt? 

Welche Zusicherungen müssen Hamburg und Deutschland dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) garantieren? 

Was geschieht im Anschluss mit der geplanten Infrastruktur?  

Wer trägt die finanziellen Belastungen im Falle einer Budgetüberschreitung? 

Wie gestaltet sich das Konzept der Nachhaltigkeit? 

Was hat Hamburg aus dem Vergleich mit London, Rio, Tokio und Paris gelernt? 

Wird ein juristisches Gutachten zu staatlichen Garantieverpflichtungen erstellt? 

Die Studie adressiert diese Fragen nicht, da sie nicht für deren Beantwortung konzipiert wurde. Die Befürworter greifen auf die HWWi-Studie mit ihren beeindruckenden, jedoch irrelevanten Zahlen zurück, um sich für die Olympischen Spiele zu positionieren, ohne dabei auch nur eine der aufgeworfenen Fragen ansatzweise zu beantworten – ein fahrlässiges Vorgehen. Es wird auf das erhebliche Potenzial der sportlich aktivsten Stadt Deutschlands hingewiesen und darauf, dass der positive Einfluss des Wirtschaftsmotors Sport erneut vervielfacht würde. Diese Behauptung entbehrt jedoch jeglicher empirischer Fundierung. Viele Gastgeberstädte zeigen nach den Spielen keinen signifikanten Wachstumsanstieg im Vergleich zu anderen Metropolen (siehe Preuss, 2004). Es gibt deutliche Indikationen, dass die Städte, die als Gastgeber für Olympische Spiele fungierten, ohne diese Veranstaltung ein stärkeres Wachstum verzeichnet hätten (siehe Zimbalist, 2015).   

Eine erneute Volksabstimmung ist angemessen, um zu ermitteln, ob sich die öffentliche Meinung bezüglich der Olympischen Spiele gewandelt hat. Eine unabhängige Machbarkeitsstudie mit internationalen Vergleichen, eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse und insbesondere eine ausgewogene politische Diskussion zu diesem Thema sind unerlässlich. Ferner wäre es sinnvoll zu untersuchen, welche Auswirkungen die gleiche finanzielle Mittel in anderen gesellschaftlichen Sektoren wie dem Wohnungsbau oder dem Klimaschutz haben würden. Die vorliegende Untersuchung liefert keine Antworten auf die aufgeworfenen Fragen. Daher erscheinen Aussagen über potenzielle Einnahmen und Ausgaben als unangemessen. Sie wirken vielmehr wie ein klassischer Taschenspielertrick. Liegt hier Schönfärberei vor? 

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Spitzensport in der Sackgasse – fragwürdige Prioritäten der AG Sport

Die ersten Ausführungen der AG Sport zu den Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD zum Spitzensport müssen im Bereich der Spitzensportförderung als unzureichend und enttäuschend bezeichnet werden. Problematisch erscheint die starke Fokussierung auf die Sportfördergruppen von Bundeswehr, Polizei und Zoll. Zwar ist die Relevanz dieser Institutionen für die Karrieren einzelner Athletinnen und Athleten unbestritten und muss erhalten bleiben, die Priorisierung und der angekündigte Ausbau dieser Strukturen führt jedoch zu einer einseitigen Ressourcenverteilung, die alternative Förderansätze benachteiligt. Alle dualen Karrieren, welcher Art auch immer, sollten die gleiche Priorität genießen. 

Die Analyse der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass nur ein Teil der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler an einer Förderung bei Bundeswehr/Polizei/Zoll interessiert ist. Ein Ausbau würde die strukturellen Ungleichheiten innerhalb des deutschen Spitzensports verstärken, zudem besteht die Gefahr der beruflichen (Laufbahn-)Abhängigkeit: Athletinnen und Athleten sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, sich frühzeitig an staatliche Laufbahnen zu binden, auch wenn diese nicht ihren individuellen Karriereplänen und Interessen entsprechen. Dies kann nicht Ziel eines modernen Förderkonzeptes sein. 

Ein weiteres Defizit innerhalb der bestehenden Förderstrukturen ist die unzureichende Berücksichtigung bildungsbezogener Aspekte wie der dualen Karriere (Ausbildung und Studium). Während die Sportfördergruppen finanzielle Stabilität bieten, fehlt es häufig an einer gleichwertigen Unterstützung akademischer Laufbahnen. Eine umfassende Spitzensportförderung muss über kurzfristige Erfolge hinausgehen und langfristige Perspektiven für die Athletinnen und Athleten schaffen (insbesondere im Bereich Bildung und Ausbildung). 

Warum studentischer Spitzensport? 

Studierende sind die erfolgreichste Gruppe im deutschen Spitzensport: Bei Olympischen Spielen stellen sie den größten Anteil an Medaillengewinnern, wobei die Erfolge seit Jahrzehnten kontinuierlich steigen. Sie gelten daher als besonders förderungswürdig. 

Durch die grundsätzliche Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium können die Hochschulen flexible Strukturen bieten – wie Teilzeitstudiengänge, individuelle Prüfungsanpassungen und Hybridstudiengänge – optimale Grundvoraussetzungen, um sportliche und akademische Entwicklung zu verbinden. Dieses Potenzial bleibt in Deutschland jedoch weitgehend ungenutzt. Zudem fehlen staatliche Anreize, um strukturelle Veränderungen in diesem Bereich voranzutreiben. Für Sportlerinnen seit Jahren eine herbe Enttäuschung. 

Eine verstärkte akademische Förderung eröffnet langfristige Karriereperspektiven über den Sport hinaus. Eine akademische Laufbahn reduziert die Abhängigkeit von staatlichen Sozial- und Unterstützungsleistungen nach der Sportkarriere. Länder wie die USA zeigen mit ihren College-Sportprogrammen, dass Spitzensportförderung und akademische Exzellenz keine Gegensätze sein müssen, sondern einander befruchten können, wenn die parallele akademische Ausbildung sinnvoll und seriös gestaltet wird. 

Was muss passieren? 

Vor diesem Hintergrund ist tatsächlich ein Paradigmenwechsel in der Spitzensportförderung notwendig. Statt verstärkt auf traditionelle staatliche Institutionen wie Bundeswehr, Polizei und Zoll zu setzen, sollte die Förderung intensiver auf die universitäre und zivilgesellschaftliche Ebene ausgeweitet werden. Innovative Ideen, so auch Insellösungen für Talente z.B. in Kleinstädten verdienen Probe.- und Evaluierungsphasen. Mutige, kreative Vorgehensweisen wie sie unter anderem auch Athleten Deutschland in den vergangenen Jahren mit vielen Ideen (auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend) geliefert hat, können eine Grundlage bilden. 

Konkret heißt dies für den deutschen Spitzensport: 

  1. eine wesentlich stärkere Beteiligung der Athlet*innen an Ausgestaltungen der Förderstrukturen, 
  1. ein „outside the box“- Denken auf neuem Niveau, 
  1. die Erprobung unterschiedlicher Fördermodelle und vor allem deren Evaluierung (das Defizit an belastbaren Daten zum deutschen Fördersystem ist gravierend),  
  1. die Etablierung einer leistungsfähigen universitären Sportförderung, die international konkurrenzfähige Bedingungen schafft, 
  1. die Entwicklung von sozialen Absicherungsmodellen für Athletinnen und Athleten außerhalb staatlicher Strukturen, um Chancengleichheit zu gewährleisten, 
  1. eine Analyse der Absicherungsstrukturen in europäischen Nachbarländern und Identifikation von Best-Practice-Modellen,  
  1. die Umsetzung alternativer Finanzierungsmodelle, z.B. durch zivilgesellschaftliche Stipendienprogramme und private Förderinitiativen, 
  1. WICHTIGER FOKUS: Nachhaltige Förderung statt kurzfristiger Erfolgsorientierung, um die langfristige Entwicklung der Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt zu stellen. 
  1. Und vieles mehr 

Die deutsche Spitzensportförderung muss sich von einem unflexiblen, institutionenorientierten Modell lösen und eine diversifizierte Struktur schaffen, die sowohl sportliche Höchstleistungen als auch individuelle Biographieperspektiven ermöglicht. Nur so ist Deutschland langfristig international konkurrenzfähig, ohne dabei die soziale und berufliche Zukunft der Athletinnen und Athleten zu gefährden. 

Der Abschnitt aus der AG Sport im Original:

Ein Spektakel mit Nachhall: Kendrick Lamars Superbowl-Halbzeitshow

Die Reaktionen auf die Halbzeitshow des Super Bowls waren sehr unterschiedlich. Die Meinungen reichten von Enttäuschung über die Auswahl der Stücke bis hin zu Anerkennung für die gewagte Zusammenstellung der Setlist und der Gesamtkomposition. Dabei hatte Kendrick Lamar die Setlist für eine reine Hip-Hop- und Rap-Show sorgfältig geplant. Er wollte Rap, LA und seine Kultur auf die größte Sport- und Unterhaltungsbühne bringen, wohl wissend, dass dies kontrovers sein könnte. Er stellte die Erwartungen an eine „spektakuläre“ Show voller Hits infrage, indem er eine rohe, authentische und auf Rap konzentrierte Show bot. Indem er die Straßen von Compton zeigte, setzte er die politischen Themen fort, die ihn seit Beginn seiner Karriere beschäftigen. Lamar weiß, dass der Super Bowl ein Spektakel des Neoliberalismus, Militarismus und Konsumismus ist, bei dem Rüstungskonzerne und milliardenschwere Unternehmen in den Pausen für die Illusion des Fortschritts werben, bevor Künstler in der Halbzeitpause normalerweise den Frieden besingen. Gleichzeitig werden schwarze Sportler für ihr Talent gefeiert, aber für ihre politischen Ansichten zum Schweigen gebracht (Kaepernick). Im Folgenden soll analysiert werden, warum die Zuschauer etwas Besonderes sahen, ohne es auf den ersten Blick zu bemerken.
Die Halbzeitshow des Super Bowls war eine Performance, ein Kunstwerk, das als komplexes, tiefgründiges Werk betrachtet, erst beim wiederholten Ansehen seine volle Bedeutung entfaltet. Ein wesentlicher Aspekt ist die Darstellung Drakes (“Mr. Industry”) als Symbol für die Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung durch das Establishment. Dabei wird die gesamte Half-Time-Performance von einer Videospiel-Leitidee begleitet, wiederholt treten Elemente eines Computerspiels in Erscheinung. Ist das Spiel auch als ein Symbol zu interpretieren? Eine mögliche Deutung ist, dass Kendrick Lamar für diese Zeit die Macht über Symbolik und das Gesagte hatte.

Samuel L. Jackson, der die Show als Onkel Sam begleitet, und selbst als eine Figur des Establishments durch seine Rollen in „Star Wars“, „Stirb langsam“ oder „Django Unchained“ gesehen werden kann, liefert wichtige Einwürfe. Dabei ist Onkel Sam nicht nur Symbol, sondern er ist das System, die Regierung, die Industrie, die Maschine, die die Regeln festlegt, aber nicht fair spielt.

Samuel L. Jackson alias Uncle Sam sagt: „Willkommen zum Spiel Amerikas!“ Dabei geht es nicht um den Super Bowl oder Football, sondern um das Spiel der amerikanischen Regierung mit der schwarzen Bevölkerung und Minderheiten.

Lamar beginnt mit der Aussage, dass die Revolution auch im Fernsehen stattfinden und übertragen wird, zum richtigen Zeitpunkt, aber mit dem falschen Mann (eine Anspielung auf die Wahl Trumps). The Revolution Will Not Be Televised ist ein Gedicht/Lied von Gil Scott-Heron aus den Jahren 1969/70. Es war ein Aufruf an die Afroamerikaner, aus der passiven Konsumentenrolle auszubrechen und aktiv gegen Rassismus, Rassentrennung und soziale Missstände zu kämpfen, inspiriert von der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Kendrick Lamar überträgt es auf das Heute, ins Zeitalter der digitalen Revolution. Dabei betont er, dass er nicht zu denen gehören will, die sich ohne Widerstand anpassen und verstecken. Stattdessen betont er die Bedeutung des Kollektivs und dass er für Überzeugungen einstehen will. Seine Botschaft ist eine klare Ansage gegen Passivität und Anpassung an die politischen Gegebenheiten im Land und für die Meinungsfreiheit. Lamar erinnert daran, dass dem System es bis heute immer wieder gelungen ist, die Einheit der schwarzen Bevölkerung zu zerstören – sei es durch Masseninhaftierung, Ermordung oder wirtschaftliche Manipulation.

Jackson (als Uncle Sam) fragt Lamar: „Weißt du wirklich, wie man spielt? Das Spiel ist zu laut, zu ghettomäßig, reiß dich zusammen!“

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Und Kendrick fügt in seinem Song „Humble“ hinzu: „Setzt euch hin, seid demütig“, denn das ist es, was Amerika von den Schwarzen und Minderheiten will („Sit down, be humble“). Und als Lamar und seine Tänzer während seines Hits eine menschliche amerikanische Flagge auf dem Spielfeld bildeten, war klar: Eine bessere Stellungnahme über den aktuellen Zustand des Landes, das einen Spiegel vorgesetzt braucht, kann es nicht geben. Lamar steht zwischen einer geteilten Fahne, die eine geteilte Nation repräsentiert, und gleichzeitig ist das Wegdrehen der Tänzer eine Anspielung darauf, dass die Nation auf dem Rücken der schwarzen Bevölkerung errichtet wurde. Zeitgleich stehen die Farben der Flagge auch für die Gangs Crips und Bloods in LA. Die blau gekleideten Crips und die rot gekleideten Bloods vereinen sich während der Performance trotz ihrer Unterschiede und ihres Hasses aufeinander.

Nachdem sie vereint sind, kommt Onkel Sam vorbei und sagt: „Oh, ich sehe, ihr habt eure Jungs mitgebracht, das ist der Kultur-Cheat-Code. (Er ergänzt: “Score keeper, deduct one life!)“

Geht es lediglich um eine Figur im Videospiel oder ist es gleichzeitig eine Anspielung auf die Bürgerrechtsbewegung und auf Persönlichkeiten wie Fred Hampton, der rivalisierende Gangs vereinigte und von der Polizei getötet wurde? Hampton, Teil der Black Panther Party in Chicago, stieg schnell zum stellvertretenden Vorsitzenden auf und handelte einem Friedenspakt zwischen rivalisierenden Banden aus. Später wurde er im Schlaf von der Polizei erschossen.
Man beachte auch, dass die Trainingsanzüge aussehen wie die von Squid Game, was eine Darstellung des Kapitalismus ist, wie die Menschen am Boden (die Ärmsten der Ärmsten) weiterhin untereinander um das Geld an der Spitze kämpfen, was nichts bringt.
Nun zur Performance von SZA: Bei der Performance steht sie auf einem umgekehrten Dreieck, was die Energie der weiblichen Göttinnen bei der Erschaffung der Welt symbolisiert, eine Tatsache, die in unserer patriarchalischen Gesellschaft, die häufig (immer noch) Frauen den Männern unterordnen, nicht erwähnt wird. In Anbetracht der Tatsache, dass SZA anschließend von Menschen in roten und weißen Trainingsanzügen umgeben ist, könnte eine Anspielung auf Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ sein. In dem literarischen Werk übernehmen die christlich-fundamentalistischen „Söhne Jakobs“ die Macht in den USA und errichten die theokratische Diktatur Gilead. Frauen werden systematisch entrechtet: Sie dürfen kein Eigentum besitzen, haben sich Männern unterzuordnen und sind auf ihre Funktion als Gebärmaschinen reduziert. Zensur, Überwachung und Gewalt sichern die Herrschaft. Ist dies eine Anspielung auf die politischen Entscheidungen Trumps im Hinblick auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen?

So fügt sich auch die Aussage von Onkel Sam ein, der wieder herauskommt und sagt: „Ja, das ist es, was Amerika will, schön und ruhig, vermasselt es nicht.“

Lamar antwortet unmittelbar vor seinem Superhit “Not like us” mit “40 Acres and a Mule – This is bigger than the music“ (Anspielung auf die Versprechen an Schwarze). Der US-Kongress plante nach dem amerikanischen Bürgerkrieg eine Entschädigungszahlung für die afroamerikanische Bevölkerung in Höhe von 40 Morgen Land und einem Maulesel pro Familie. Das sogenannte „Forty Acres and a Mule“-Gesetz von 1865 wurde jedoch nie ratifiziert, da es nicht die notwendige Zustimmung des Kongresses erhielt. Dennoch betrachten politisch engagierte Afroamerikaner das Martyrium ihrer aus Afrika verschleppten Vorfahren als „Verbrechen des Jahrtausends“ und haben die gebrochene Zusage nicht vergessen.
Man kann das Spiel lesen, aber man kann keinen Einfluss vortäuschen, was buchstäblich die Art und Weise ist, wie die Musikindustrie und das politische System in Amerika aufgebaut sind. Kendrick nutzt seinen Einfluss auf der größten Bühne vor dem neuen Präsidenten des Landes (der das Stadium zum Auftritt Lamars verlässt), um uns alle daran zu erinnern, für das einzutreten, woran wir glauben.
Der einzige offensichtliche Protest in der Halbzeitpause kam von Zül-Qarnaįn Nantambu, einem Mitglied der Tänzer. Nantambu hatte während des Auftritts von Lamar ohne dessen Wissen eine Flagge des Gazastreifens und des Sudans entrollt und wurde daraufhin von den Ordnungshütern in Gewahrsam genommen. Die Polizei fragte Lamar sogar, ob er Anzeige erstatten wolle, was er wenig überraschend ablehnte. Das Bild eines Menschen, der angegriffen wird, weil er seine Meinung äußert, ist eindrucksvoll, insbesondere vor dem Hintergrund der Themen, mit denen sich Lamar in seinem Auftritt befasst. In diesem Moment wurde die Realität zu einer brutalen, verstörenden visuellen Kulisse für die Kunst. Nantambu handelte vermutlich unabhängig und aus tiefster Überzeugung; seine Tanzkollegen reagierten trotzdem mit erhobenen Fäusten in Solidarität.
Und dann der ikonische Schlussakt (ja, auch ein Seitenhieb an Drake): Als er Serena Williams auf die Bühne holt, die nach einem gewonnenen Tennismatch im Wimbledon für ihren Crip Walk besonders online gescholten wurde, war dieser Auftritt eine Botschaft des Trotzes an das kollektive Bewusstsein und eine Erinnerung daran, dass es um schwarze Kultur geht. Der Tanz, eine Hommage an ihre Wurzeln in Compton, wurde zu einem weiteren Angriffspunkt, da viele der erfolgreichen Tennisspielerin vorwarfen, „Ghetto“ zu sein, weil sie es wagte, ihrer Heimat zuzujubeln und sich über ihren Sieg zu freuen. Doch letztlich ist der Tanz ein Symbol für unumwundenes Schwarzsein.