Die Spitzensportreform – ein Drama in … Akten – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 11)

Zurzeit rücken die Protagonisten De Maiziere und Hörmann wieder in das Rampenlicht des Dramas „Spitzensportreform 2017“. Nahezu alle Informationen werden durch „Monologe“ der involvierten Personen an die Zuschauer (Öffentlichkeit) vermittelt. Ist das Ganze eine Komödie oder eher eine Tragödie? Vieles deutet zurzeit auf letzteres hin. Befindet sich die aktuelle Diskussion bzw. das Drama bereits an der Peripetie (Wende- oder Höhepunkt) oder steht diese noch bevor.

Aktuell wird wieder ausgiebig über die Spitzensportreform diskutiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), das Bundesinnenministerium (BMI) und die Verbände sind sich uneinig wann mit der Finanzierung der Spitzensportreform begonnen werden soll. Die beiden Initiatoren und Verfechter der aktuellen Spitzensportreform, der Dachverband DOSB und das Ministerium des Inneren, entfernen sich dabei immer mehr voneinander; inwieweit war dieses Verhältnis in der Vergangenheit überhaupt durch Vertrauen und Kommunikation geprägt oder standen und stehen vielmehr eigene Interessen im Vordergrund? Die Spitzensportreform war von Anfang an in der Kritik. So forderten Innenminister De Maiziere und DOSB Präsident Hörmann immer wieder mehr Transparenz und Offenheit, jedoch zeigen die aktuellen Diskussionen, dass es besonders den eigenen Institutionen an diesen Eigenschaften mangelt. Die fehlende Transparenz scheint die Spitzensportreform und die betroffenen Verbände besonders zu belasten. Viele Verbände wissen nicht, wie es nächstes Jahr weitergehen soll.

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Athletenrechte, wo sind sie? – Das March Madness – Turnier als Beispiel der Ausbeutung von Sportlern (Der US-Collegesport Teil 1)

Video (Peter Gilbert, Sports Storytelling program/ Wake Forest, director: Manie Robinson)

Der US-Collegesport ist „in“, die Zuschauerzahlen des March Madness im Basketball steigen weltweit und das Interesse innerhalb der USA scheint nicht abzureißen (siehe z.B. New York Times). Millionen von Menschen füllen jährlich die sogenannten „Brackets“ (Ausfüllen des Turnierbaums) aus, beschäftigen sich schlagartig mit Statistiken und Taktiken, wetten legal bzw. illegal auf Spiele ihrer Alma Mater und besuchen regionale Vorentscheide. Dieses Thema dominiert die Medienlandschaft auf allen Kanälen über die nächsten Wochen; die Sportarten Basketball und Football sind die beiden Zugpferde der NCAA und die Haupteinnahmequelle des nationalen Verbandes. Zusammen mit Baseball und Eishockey (an einigen Universitäten) werden diese Sportarten als „high profile sports“ bezeichnet. Eine Differenzierung zu anderen Sportarten ist wichtig, um das System hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile zu analysieren.

Alle anderen Sportarten werden zwar genauso professionell betrieben, sind jedoch „low profile sports“, da sie fast nie finanzielle Gewinne abwerfen. Trotzdem werden in beiden Bereichen interessante Stipendien vergeben.

Immer mehr europäische Nachwuchstalente wie der Berliner Moritz Wagner (University of Michigan) erhalten attraktive Stipendien, um ihre dualen Karrieren nach dem Schulabschluss/ Abitur in den USA fortzusetzen. Europäische Spitzensportler profitieren dabei vom US-Collegesystem sowohl im „high profile sports“ als auch „low profile sports“. Diese Athleten haben oft im akademischen und sportlichen Bereich Erfolg, da sie mit guten akademischen Voraussetzungen an die amerikanischen Hochschulen wechseln. Im internationalen Vergleich garantiert das Abitur einen gewissen Standard, was den meisten studentischen Spitzensportlern zu einem guten Studienstart in den USA verhilft und viele der deutschen Athleten auch nach vier bzw. fünf Jahren ihren Hochschulabschluss erhalten (vgl. Bendrich, 2015).

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