Presseüberblick – Spitzensportreform (Juni-Juli 2017)

Ein unkommentierter Überblick über die Veröffentlichungen in den letzten Wochen (Juni/ Juli 2017):

„Ich kann nicht sagen, dass mich das nur traurig stimmt. Schließlich halte ich es für keine gute Idee, die Förderung einzelner Verbände allein daran auszumachen, ob ihre Athleten in der Weltspitze mithalten können – unabhängig von der Wettbewerbssituation“ (Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen).

Der DOSB und das Problem mit dem Blick in die Zukunft

„Deutschland will bei Olympia wieder mehr Medaillen gewinnen. Doch eine überzeugende Strategie, wie das gehen soll, gibt es noch nicht. Ein Kommentar“ (Martin Einsiedler, Tagesspiegel, 2017)“

Kommentar zur Spitzensportreform – Geklärt ist so gut wie nichts

„Gereizte Stimmung, hitzige Diskussionen – und immer ging es um die umstrittene Spitzensportreform. Der deutsche Olympische Sportbund hat in der zurückliegenden Woche diverse Auftritte im politischen Berlin gehabt und sich einmal mehr als Großbaustelle präsentiert, kommentiert Bianka Schreiber-Rietig.“ (Bianka Schreiber Rietig, Deutschlandfunk, 2017)

Spitzensportreform greift erst nach 2020

„Die Sache ist komplexer als angenommen“: Entgegen den bisherigen Plänen kann das Reformpaket des DOSB nicht bis zu den Olympischen Spielen 2020 umgesetzt werden. Immerhin scheint der Streit um die Finanzierung beigelegt (Spiegel Online, 2017).“

Spitzensportreform „Wir müssen Mut haben, in diese Struktur reinzuwachsen“

„Der Deutsche Schwimmverband (DSV) unterstützt den Kurs des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bei der Spitzensportreform, nur noch diejenigen Athleten fördern, die gute Chancen auf Medaillen haben. Auch die Zentralisierung der Trainingsstrukturen sei eine Option für die Zukunft, sagte die DSV-Präsidentin Gabi Dörries im Dlf“ (Andrea Schültke, Deutschlandfunk, 2017).

Spitzensport-Förderung Bundestag fordert Verbesserungen

Der Bundestag hat heute in seiner Sitzung das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, das Konzept zur Förderung des Spitzensports in Deutschland zu überarbeiten und zu konkretisieren. Sie listeten 20 Punkte auf, wie das Förderkonzept von Sport und Politik verbessert werden soll“ (Philip Banse, Deutschlandfunk, 2017).“

Sportmedizin- Die steigende Gefahr der Karriereruinen

„Die Spitzensportreform unter dem Gedanken der Dopingprävention war auch Thema beim 30-jährigen Jubiläum des Nürnberger Instituts für biomedizinische Forschung von Professor Fritz Sörgel. Führende Sportmediziner warnen davor, dass die Reform unter dem Präventionsgedanken in die falsche Richtung läuft (Jessica Sturmberg, Deutschlandfunk, 2017).“

Wann gibt es mehr Geld?

„Ende letzten Jahres zogen Politik und Sport einträchtig die Reform des deutschen Spitzensports durch. In guter Tradition hinter verschlossenen Türen, durch die zumindest die Information drang, dass der Sport sich natürlich mehr Geld erhoffte. Jetzt wird klar: das Zweckbündnis hat erste Risse bekommen. Das wurde auch heute am Rande der Sitzung des Bundestagssportausschusses in Berlin deutlich “ (Robert Kempe, Deutschlandfunk, 2017).

Frust über das System Sportdeutschland

Die oft geklickte Serie „Frust über das System Sportdeutschland“ geht mit Artikel 11 weiter und soll zum Denken und Diskutieren anregen. Hier nun die 12 Artikel zur Spitzensportreform 2017 (demnächst folgt Teil 13) und folgt dem blog auch auf facebook und twitter. Um die Artikel zu lesen, einfach auf den Titel klicken!

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Teil 11: Die Spitzensportreform – ein Drama in…

Teil 10b (Exkurs): republica 2017- Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1).

Teil 10: Warum an der Unabhängigkeit der Athletenkommission kein Weg vorbeiführt.

Teil 9: Die Spitzensportförderung der Bundeswehr hat ausgedient – Warum die Worte Max Hartungs so wichtig sind.

Teil 8: Der Zwang zum Staatssport – Die Spitzensportförderung innerhalb der Bundeswehr im Fokus.

Teil 7:“ Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“ – Wie unabhängig sollte eine Athletenkommission sein? Frust über das System Sportdeutschland.

Teil 6: Spitzensportförderung – Es könnte so einfach sein – Das Spitzensportgeld – Frust über das System Sportdeutschland.

Teil 5 : Thema: Athletenfokussierung.Titel: Lieber Karriereende als weiterhin Spitzensport? – Um die es gehen sollte, geht es nicht!

Teil 4: Themen: Das Potentialanalysesystem PotAS und die Folgen bzw. Fragen

Teil 3: Themen= die Dokumente zur Leistungssportreform, Die duale Karriere und das Eckpunktepapier des DOSB, Die Aufgabe der Laufbahnberater, Bildung und Spitzensport – Der studentische Spitzensport, Die Profilquote – Die Vor- und Nachteile, Förderung durch die Bundeswehr.

Teil 2: Themen: Vorraussichtliche Fördersummen 2017,Leistungssportreform – Was bis heute bekannt ist, Die duale Karriere und der DOSB/ adh.

Teil 1: Themen=Ausbeute bei Olympia, die Athleten, das Strategiepapier, Die neuen Cluster 1-3, Kampf hinter den Kulissen.

Der DOSB und seine Spitzensportreform: Weniger ist mehr? Link: https://derballluegtnicht.com/…/der-dosb-und-seine-spitzen…/

Frust über das System Sportdeutschland – 11 Artikel zur Spitzensportreform 2017- 2018

Heute treffen sich die Spitzensportverbände um über die Zukunft der Spitzensportreform zu diskutieren. Wie die letzten Wochen gezeigt haben, besteht viel Unruhe und Uneinigkeit darüber wie es in Zukunft mit dem deutschen Spitzensport weitergehen soll. Auch der ehemalige Hochleistungsschwimmer Marco Di Carli kritisiert seinen Verband (Deutschen Schwimm-Verbandes DSV) heftig. Hinsichtlicht der WM-Nominierungen spricht er in einem Brief an den DSV von Willkür. Besonders der DSV steht für eine radikale Zentralisierung des Spitzensports und damit für die aktuellen Ideen der Spitzensportreform.

Die oft geklickte Serie „Frust über das System Sportdeutschland“ geht mit Artikel 11 weiter und soll zum Denken und Diskutieren anregen. Hier nun die 12 Artikel zur Spitzensportreform 2017 (demnächst folgt Teil 13) und folgt dem blog auch auf facebook und twitter.

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Teil 11: Die Spitzensportreform – ein Drama in… . Link: https://derballluegtnicht.com/2017/06/07/die-spitzensportreform-ein-drama-in-akten-frust-ueber-das-system-sportdeutschland-teil-11/

Teil 10b (Exkurs): republica 2017- Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1). Link: https://derballluegtnicht.com/2017/05/10/republica-2017-wie-digitale-medien-das-machtmonopol-von-spitzensportverbaenden-veraendern-teil-1/

Teil 10: Warum an der Unabhängigkeit der Athletenkommission kein Weg vorbeiführt. Link:https://derballluegtnicht.com/…/warum-an-der-unabhaengigke…/

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Teil 4: Themen: Das Potentialanalysesystem PotAS und die Folgen bzw. Fragen, Link:
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Teil 3: Themen= die Dokumente zur Leistungssportreform, Die duale Karriere und das Eckpunktepapier des DOSB, Die Aufgabe der Laufbahnberater, Bildung und Spitzensport – Der studentische Spitzensport, Die Profilquote – Die Vor- und Nachteile, Förderung durch die Bundeswehr. Link: https://derballluegtnicht.com/…/frust-ueber-das-system-spo…/

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Die Spitzensportreform – ein Drama in … Akten – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 11)

Zurzeit rücken die Protagonisten De Maiziere und Hörmann wieder in das Rampenlicht des Dramas „Spitzensportreform 2017“. Nahezu alle Informationen werden durch „Monologe“ der involvierten Personen an die Zuschauer (Öffentlichkeit) vermittelt. Ist das Ganze eine Komödie oder eher eine Tragödie? Vieles deutet zurzeit auf letzteres hin. Befindet sich die aktuelle Diskussion bzw. das Drama bereits an der Peripetie (Wende- oder Höhepunkt) oder steht diese noch bevor.

Aktuell wird wieder ausgiebig über die Spitzensportreform diskutiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), das Bundesinnenministerium (BMI) und die Verbände sind sich uneinig wann mit der Finanzierung der Spitzensportreform begonnen werden soll. Die beiden Initiatoren und Verfechter der aktuellen Spitzensportreform, der Dachverband DOSB und das Ministerium des Inneren, entfernen sich dabei immer mehr voneinander; inwieweit war dieses Verhältnis in der Vergangenheit überhaupt durch Vertrauen und Kommunikation geprägt oder standen und stehen vielmehr eigene Interessen im Vordergrund? Die Spitzensportreform war von Anfang an in der Kritik. So forderten Innenminister De Maiziere und DOSB Präsident Hörmann immer wieder mehr Transparenz und Offenheit, jedoch zeigen die aktuellen Diskussionen, dass es besonders den eigenen Institutionen an diesen Eigenschaften mangelt. Die fehlende Transparenz scheint die Spitzensportreform und die betroffenen Verbände besonders zu belasten. Viele Verbände wissen nicht, wie es nächstes Jahr weitergehen soll.

Auch die Spitzenverbände sind mittlerweile uneins über die Reform. Diese Diskussion wird mittlerweile über die Medien und die Öffentlichkeit ausgetragen, sodass nun auch offiziell von Umsetzungsproblemen gesprochen werden kann. Mittlerweile ist bekannt, dass für das Haushaltjahr 2018 nicht das Geld bewilligt wurde, was der DOSB und seine Verbände gerne bekommen hätten. Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbandes und Sprecher der deutschen Spitzensportverbände sprach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk von einer „massiven Enttäuschung“. Grund ist die Nichtbewilligung der zusätzlichen 39 Millionen Euro, die der Spitzensport nach Aussagen der Spitzensportverbände für die Umsetzung der Reform dringend benötigt.

Diesen zusätzlichen Mittel wurden zwar in den Haushalt 2018 eingebracht, aber nun auch aufgrund der vielen Kritikpunkte des Bundesrechnungshofs abgelehnt. So spricht Ole Schröder, Staatssekretär im Innenministerium, in der aktuellen Diskussion von einem „Missverständnis“ und verdeutlicht, dass für sein Ministerium von Anfang an klar war, dass zunächst alle Potentiale überprüft werden müssen, bevor sie auch als förderungswürdig beurteilt werden können. Diese Sichtweise bestätigte auch Innenminister De Maiziere bei einer Veranstaltung am 31. Mai in Berlin. De Maiziere bezeichnete die aktuelle Diskussion als „völlig unangebracht“. Der Innenminister verdeutlichte einmal mehr, dass eine finanzielle Aufstockung erst nach der Umsetzung der Vorgaben möglich sei, dies sei von seinem Ministerium stets so an den Dachverband kommuniziert worden. Es stellt sich die Frage, inwieweit dem DOSB die Forderungen des BMI bekannt waren. Denn das Bundesministerium des Inneren bestätigte einmal mehr, dass die aktuelle Vorgehensweise bereits im letzten Jahr vor der Vollversammlung deutlich kommuniziert wurde. Es steht damit Aussage gegen Aussage. Zudem wirft Gerhard Böhm, Abteilungsleiter Sport im Ministerium des Inneren, den Verbänden vor, die Forderung nach einer Erhöhung des Fördermittel beziehe sich auf Zahlen aus 2015 und würden eine „mangelnde Etatreife“ offenlegen.

Die Verbände hingegen waren durch die Aussagen des BMI und DOSB immer von einer Anschubfinanzierung ausgegangen, die bereits vor einer solchen Überprüfung der Potentiale ausgeschüttet wird. Die gestörte Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren verdeutlicht, wie vielfältig und unterschiedlich die Probleme in den einzelnen Institutionen sind. Insgesamt zeigen die Diskussionen eine mangelhafte Konzeption und Kommunikation mit vielen offenen Fragen,

  • So versprach das BMI und der DOSB den Verbänden in Gesprächen zusätzliche Gelder, auch um die Zustimmung  bei der 13. Vollversammlung des DOSB in Magdeburg für die Reform zu erhalten. Die Reform wurde im Dezember 2016 mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen. Unter den 439 Stimmberechtigten gab es nur eine einzige Gegenstimme und fünf Enthaltungen. Alfons Hörmann äußerte nach dieser überwältigenden Mehrheit von 98,6 Prozent der Delegierten folgendermaßen: „Ich verspreche, dass wir mit der Umsetzung keine Woche warten, sondern direkt am Montag beginnen“. Sein Ziel war es nach diesem eindrucksvollen Signal der Einheit durch den Sport keine Zeit mehr zu verlieren.
  • Für die Gegenseite hat sich die Situation gravierend verändert, so drohen DOSB und Spitzenverbände aus dieser Reform auszusteigen, weil die zusätzlichen Fördermittel nicht im Haushalt vermerkt sind.

Dabei scheinen sich die wegweisenden Akteure DOSB und BMI zurzeit nicht einig zu werden, wie der genaue Fahrplan der Spitzensportreform auszusehen hat. Vermehrt werden Stimmen in den Spitzenverbänden laut, die ihren Unmut über die aktuelle Ungewissheit äußern. Besonders hart treffen diese Entscheidungen abermals Trainer, deren Verträge nicht, beziehungsweise an den Olympiastützpunkten lediglich bis Ende des Jahres verlängert wurden, und die Athleten. Zum einen wissen viele Spitzensportler nicht was ihnen bevorsteht. So äußerte sich Kaderathletin Hoffmann auf dem 13. Kölner Abend der Sportwissenschaft folgend: „Bei der Spitzensportreform steht man vor einem Phantom. Man weiß nicht genau, was sie für die Athleten bedeutet.“ Zum anderen sehen selbst Top-Athleten an der Spitze des deutschen Leistungssports die Reform mittlerweile kritisch. Besonders die Leistungsanforderungen werden auch im Hinblick auf die Nachwuchsförderung erheblich kritisiert. Nach Meinung vieler Athleten sendet die Spitzensportreform die völlig falschen Signale an die eigene Jugend.

Wie geht es danach weiter? Vieles bleibt ungeklärt. Kommt es im Drama „Spitzensportreform 2017“ im 5. Akt zu einer Katastrophe (Auflösung des Konfliktes) und so womöglich zu einer seelischen „Reinigung“ der Zuschauer durch Furcht oder Mitleid? Wir werden es sehen…

 

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re:publica 2017 – Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1)

Diskussionsrunde mit Marthe-Victoria Lorenz (fairplaid), Jonathan Koch (Athletenkommission), Jonathan Sachse (Correct!v, fussballdoping.de), Benjamin Bendrich (www.derballluegtnicht.com) auf der re:publica 2017

Impulsreferat (Extended Version) zum Thema Spitzensport und digitale Medien

Skandale haben in letzten Monaten den nationalen und internationalen Spitzensport erschüttert. Weitreichende Doping- und Korruptionsskandale in Zusammenhang mit den am wirtschaftlichen Erfolg interessierten Verbänden IOC und FIFA schaden dem Spitzensport insgesamt nachhaltig. Sowohl national und als auch international wird der Spitzensport zu einem intensiv diskutierten politischen Thema. Der Spitzensport hat dabei erheblich an gesellschaftlichem Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren und befindet sich zurzeit in seiner wohl größten Sinnkrise. Besonders Athleten, so auch die deutschen, leiden unter den aktuellen Skandalen und dem  Imageverlust. Da ist es kein Wunder, dass Olympiabewerbungen in Deutschland zurzeit gesellschaftlich nicht gewollt und unrealistisch erscheinen. Noch immer instrumentalisieren Funktionäre den Spitzensport für eigene Interessen und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Athleten. Spitzensportler sind gezwungen, sich den intransparenten Verbands- und Förderstrukturen zu fügen.

Besonderheiten in Deutschland beeinflussen die Weiterentwicklung des Spitzensports immens. So hat sich der Fußball zu einem platzraubenden Ungeheuer entwickelt, das alle anderen spitzensportlichen und sportpolitischen Themen zeitweise erstickt, und in Deutschland auch von einer Monokultur Fußball gesprochen werden kann. Die Übermacht des Fußballs lässt den restlichen Spitzensport klein erscheinen.

Außerdem kommt es dieses Jahr zur angekündigten Spitzensportreform, die viele vor eine ungewisse Zukunft stellt. Die Sportförderung in Deutschland ist zwar facettenreich, jedoch teilweise unpräzise und unverhältnismäßig (vgl. Bendrich, 2015, 401). Ordnungspolitisch besteht Handlungsbedarf. Bisher gibt es einen Kompetenzgerangel auf den politischen/ staatlichen Ebenen, der letztendlich zu einem „Spitzensportförderalismus“ führt. Wieder geht es darum die Fördermittel subjektorientiert an die Verbände und Standorte zu verteilen, anstatt die Athleten intensiv mit einzubinden. Grundsätzlich besitzen alle aktuellen Fördermaßnahmen eine Legitimation, da sie interessierten Spitzensportlern in der Theorie unterschiedliche Ausbildungschance eröffnen. Doch wie sieht es mit der Verhältnismäßigkeit der zu vergebenen Förderstellen und der Sinnhaftigkeit verschiedener Förder- und Ausbildungsmöglichkeiten aus? In Teilen kann heute von einem „Berufs-Clustering“ innerhalb der Sportförderung gesprochen werden, da besonders bei der Bundeswehr und der Polizei sowie dem Zoll ein feste monatliche Absicherung für die Zeit der aktiven Karriere gegeben ist. Fördermaßnahmen stehen hinsichtlich der Stellenverteilung, der dualen Karriere und der Qualität der Berufsausbildungen in der Kritik (vgl. Bendrich, 2015, 402). Zudem lässt sich das aktuelle System nicht hinsichtlich Transparenz, Effektivität und Effizienz überprüfen.

Der Dachverband DOSB und das Bundesministerium des Inneren reorganisiert die Spitzensportförderung in Deutschland. Innenminister De Maiziere fordert „mindestens 30 Prozent mehr Medaillen“ zu gewinnen, und ein strenges Streichprogramm ist die Konsequenz. Das Erfolgspotenzial für die Zukunft steht bei diesem Sportförderprogramm im Mittelpunkt. Dazu wird die Zentralisierung forciert und die Stützpunkte werden reduziert. Sportarten werden durch das Potentialanalysesystem bewertet und durch die vorgesehenen Potas-Kommission in drei unterschiedliche Cluster eingeteilt.

Die höchste Förderung gibt es im Exzellenzcluster, die zweite Gruppe bildet das Potenzialcluster, mit Abstrichen bei der Förderung. Wer in die dritte Gruppe abrutscht, damit als Disziplin ohne Erfolgspotenzial eingestuft wird, muss deutliche finanziellen Einbußen erwarten, wenn nicht sogar einen kompletten Förderungsstopp. Wie sollen Disziplinen, die komplett aus der Förderung herausgefallen, wieder den Anschluss schaffen? Unvermeidliche spitzensportliche Schwankungen von Sportlern, besonders bei studentischen Spitzensportlern, werden bis jetzt unterschätzt. Und trotzdem wird es mehr Geld vom Bundesinnenministerium für die Erfolgreichsten der Erfolgreichen geben. Viele Athleten, Trainer, Verbände und Standorte wissen bis heute nicht, was dies konkret für sie bedeutet. Die Unwissenheit, wohin es geht, ist groß. Zurzeit befindet sich der deutsche Spitzensport in einem „Übergangsjahr“. Verträge z.B. von den OSP-Trainern wurden deshalb nur bis zum Ende dieses Jahres verlängert. Athleten müssen aufgrund der Zentralisierung in vielen Fällen ihren Studienort verlassen.Wie soll dies gelingen? Wenn sie es nicht tun, verlieren sie ihren Kaderstatus und werden nicht mehr nominiert.  Lediglich die medaillenaussichtsreichsten Athleten zu fördern, erhöht auch den Druck auf die Bundestrainer und ihre Athleten. Trainer könnten dann versuchen, ein paralleles Studium ihrer zu betreuenden Athleten zu verhindern. Dass sie wenig Verständnis dafür zeigen, wenn ihre Athleten ein Teil ihrer Zeit in ein Studium investieren, ist im neuen System nachvollzeihbar. Die Spitzensportreform wird diesem internen Konflikt nicht ansatzweise gerecht und hat abermals den Athleten und die duale Karriere zu wenig im Fokus. Führen zudem solch einseitig medaillenorientierte ambitionierte Forderungen und der daraus entstehende Druck auf die Athleten und Trainer nicht auch zwangsweise zur einer möglichen Manipulation? Eine breite Öffentlichkeit wünscht sportliche Vorbilder, die nach Leistung streben, jedoch verantwortungsvoll und fair mit ihren Gegnern umgehen. Eine Medaille um jeden Preis ist in der Gesellschaft unerwünscht (vgl. Haut et al., 2014, 11-12).

Auch die Sporthilfe wird ihre Fördermaßnahmen drastisch reformieren. Die Sporthilfe schüttet jährlich durchschnittlich 13 Millionen Euro an Spitzensportler aus, besonders an Athleten, die außerhalb der Bundeswehr, der Polizei und des Zolls eine duale Karriere verfolgen. Bisher haben knapp 4000 Athleten von dieser Förderung profitiert, nun wird dieses Geld auf maximal die Hälfte der Athleten umverteilt und konzentriert. Ausschlaggebendes Kriterium auch hier: „Die Besten am besten fördern“. Damit werden die finanziellen Mittel in Zukunft noch stärker auf die medaillenaussichtsreichsten Athleten konzentriert. Ein Konzept, dass dem britischem Vorbild folgt. Sporthilfe, Dachverband und Ministerium sprechen von höherer Effizienz. Doch damit fallen Athleten sowie ganze Disziplinen aus der Förderung heraus. Wie in Großbritannien ist eine deutlich stärkere Fokussierung auf die Medaillenkandidaten und Disziplinen zu befürchten.

republica2
re:publica 2017

Die Spitzensportreform hinterlässt bei vielen Leistungssportlern gemischte Gefühle. Die Athleten sind sich unsicher, ob die Inhalte der Spitzensportreform den Bedürfnissen der Spitzensportler gerecht werden. Außerdem können Spitzensportverbände und Sportler nicht auf endgültige Entscheidungen im nächsten Jahr warten, die Sportwelt dreht sich täglich weiter. Sicher, ist es wird Gewinner und Verlierer dieser Reform geben.

Doch warum all diese Informationen? Was hat diese Problematik mit digitalen Medien zu tun? Was können Athleten und Vertreter von Disziplinen ohne bzw. mit weniger Förderung in Zukunft tun? Können sie ihre Bedenken und ihren Unmut frei äußern oder müssen sie dann selbst Sanktionen fürchten? Wie können die dabei die digitalen Medien  nutzen? Ist das Netz eine Chance oder auch eine Gefahr? Wie sieht die Vermarktung der Athleten in Zukunft aus? Wie werden Athleten kommunizieren?

Nicht alle Verbände zeigen innovative Eigeninitiativen Reformen durchzuführen und viele haben den digitalen Anschluss verpasst. Verbände wissen z.T. Nicht, was auf sie zukommt. In welches Cluster fällt die jeweilige Disziplin? Die Chancen und Potentiale des Spitzensports, mit Hilfe des Netzes und der sozialen Medien die Kommunikation weiterzuentwickeln und zu intensivieren, ihren Sport zu emotionalisieren und über die neuen Medien ein Publikum an ihre Sportart oder die Sportlerpersönlichkeit zu binden, waren nie größer. Soziale Medien fördern den direkten Austausch mit den Zuschauern, es kommt zu einer stärken Emotionalisierung und einem schnelleren Informationsaustausch. Auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Spitzensport wird durch das Netz und sozialen Medien ermöglicht, Seiten wie fussballdoping.de von Jonathan Sachse und Daniel Drepper beobachten den Sport und sein Verhalten, solche Wege können die oft mächtigen Filter von Verbänden, Vereinen, Redaktionen oder Sponsoren umgehen und Sportarten auf kritische Art begleiten. So wurden durch die weitreichende Digitalisierung Veränderungen in den Berichterstattungen vorangetrieben, so sind es Journalisten / Blogger/ Athleten, die mit ihren oft umfangreichen Blogs, sich dem Gelegenheitsjournalismus im Sport durch Recherchen entgegenstellen und Veränderungen im Spitzensport herbeiführen bzw. Machenschaften  aufdecken. Journalisten und Blogger wie Jens Weinreich, Hajo Seppelt, Das Team rund um‚ FootballLeaks vom Spiegel, Bianca Schreiber-Rietig, Jonathan Sachse und Daniel Drepper hier in Berlin tragen zu dieser neuen Perspektiven bei. Hinzu kommen auch neue Wege für Spitzensportler durch die digitalen Medien sich in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Über die sozialen Medien haben sie

1. die Chance mit ihren Fans/ Unterstützern/ Zuschauern direkt in Kontakt zu treten und sie an ihre jeweilige Disziplin zu binden

2. Athleten haben die Möglichkeiten Versäumnisse/ Missstände über das Netz aufzudecken

3. ergeben sich neue Möglichkeiten, sich neben der Verbandsförderung und der deutsche Sporthilfe zu finanzieren – Thema Crowdfunding

Das Ergebnis ist eine größere Kommunikationsautonomie für die Athleten. Die Athleten zeigen sich teilweise noch reserviert, diese Möglichkeiten zu nutzen. Dabei liefern Plattformen wie fairplaid  neue Möglichkeiten und wichtiges Know-How und helfen dem Athleten bzw. dem Verein über Crowdfunding, Gelder für ein konkretes Projekt zu sammeln. Somit bündeln und entfachen neue Plattformen wie fairplaid.org (Gründerin = Diskussionsteilnehmerin), fussballdoping.de (Gründer = Diskussionsteilnehmer), derballluegtnicht.com Interessen und Streitkultur im Sport auf neue Art und Weise.

Teil 2 folgt demnächst…

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Frust über das System Sportdeutschland – 10 Artikel zur Spitzensportreform 2017

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Teil 3: Themen= die Dokumente zur Leistungssportreform, Die duale Karriere und das Eckpunktepapier des DOSB, Die Aufgabe der Laufbahnberater, Bildung und Spitzensport – Der studentische Spitzensport, Die Profilquote – Die Vor- und Nachteile, Förderung durch die Bundeswehr. Link: https://derballluegtnicht.com/…/frust-ueber-das-system-spo…/

Teil 2: Themen: Vorraussichtliche Fördersummen 2017,Leistungssportreform – Was bis heute bekannt ist, Die duale Karriere und der DOSB/ adh. Link: https://derballluegtnicht.com/…/frust-ueber-das-system-spo…/

Teil 1: Themen=Ausbeute bei Olympia, die Athleten, das Strategiepapier, Die neuen Cluster 1-3, Kampf hinter den Kulissen. Link: https://derballluegtnicht.com/…/frust-ueber-das-system-spo…/

Der DOSB und seine Spitzensportreform: Weniger ist mehr? Link: https://derballluegtnicht.com/…/der-dosb-und-seine-spitzen…/

Athletenrechte, wo sind sie? – Das March Madness – Turnier als Beispiel der Ausbeutung von Sportlern (Der US-Collegesport Teil 1)

Video (Peter Gilbert, Sports Storytelling program/ Wake Forest, director: Manie Robinson)

Der US-Collegesport ist „in“, die Zuschauerzahlen des March Madness im Basketball steigen weltweit und das Interesse innerhalb der USA scheint nicht abzureißen (siehe z.B. New York Times). Millionen von Menschen füllen jährlich die sogenannten „Brackets“ (Ausfüllen des Turnierbaums) aus, beschäftigen sich schlagartig mit Statistiken und Taktiken, wetten legal bzw. illegal auf Spiele ihrer Alma Mater und besuchen regionale Vorentscheide. Dieses Thema dominiert die Medienlandschaft auf allen Kanälen über die nächsten Wochen; die Sportarten Basketball und Football sind die beiden Zugpferde der NCAA und die Haupteinnahmequelle des nationalen Verbandes. Zusammen mit Baseball und Eishockey (an einigen Universitäten) werden diese Sportarten als „high profile sports“ bezeichnet. Eine Differenzierung zu anderen Sportarten ist wichtig, um das System hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile zu analysieren.

Alle anderen Sportarten werden zwar genauso professionell betrieben, sind jedoch „low profile sports“, da sie fast nie finanzielle Gewinne abwerfen. Trotzdem werden in beiden Bereichen interessante Stipendien vergeben.

Immer mehr europäische Nachwuchstalente wie der Berliner Moritz Wagner (University of Michigan) erhalten attraktive Stipendien, um ihre dualen Karrieren nach dem Schulabschluss/ Abitur in den USA fortzusetzen. Europäische Spitzensportler profitieren dabei vom US-Collegesystem sowohl im „high profile sports“ als auch „low profile sports“. Diese Athleten haben oft im akademischen und sportlichen Bereich Erfolg, da sie mit guten akademischen Voraussetzungen an die amerikanischen Hochschulen wechseln. Im internationalen Vergleich garantiert das Abitur einen gewissen Standard, was den meisten studentischen Spitzensportlern zu einem guten Studienstart in den USA verhilft und viele der deutschen Athleten auch nach vier bzw. fünf Jahren ihren Hochschulabschluss erhalten (vgl. Bendrich, 2015).

Für einheimische afro-amerikanische Basketball- und Footballspieler sieht die Realität an den meisten Universitäten jedoch anders aus. Sie werden häufig bereits mit illegalen Mitteln (z.B. teuren Geschenken für die Familie, Parties) an die jeweiligen Universitäten gelockt, dort von der Außenwelt abgeschirmt und als sportliches Aushängeschild der jeweiligen Bildungsinstitution genutzt. Akademischer Erfolg dieser Athleten hat für viele Universitäten keine Priorität. Sportler aus den „high profile sports“ (Basketballer, Footballer) sind zudem oft durch ihre Biographie schlecht auf ein Studium vorbereitet, sodass der akademische Abschluss bereits von Anfang an außer Reichweite erscheint. Auch eine Profikarriere scheint für die Mehrzahl der Athleten unrealistisch – lediglich 1, 1% der Athleten wechselt in die Profiliga (vgl. NCAA, 2017). Eine nicht geringe Anzahl von Universitäten und ihre Athletic Departments missbrauchen die Athleten in den „high profile sports“ für die eigene finanzielle Profitgier. Skandale wie an den Elitehochschulen Penn State und University of North Carolina verdeutlichen, wie skrupellos die Institutionen agieren und zeigen, dass diese Verfehlungen nicht die Ausnahme sind. Ganze Hochschulseminare und Vorlesungen werden erfunden, Credits verschenkt und selbst hochgradig kriminelle Machenschaften (Kindesmissbrauch durch Trainer) wie an der Penn State University werden über Jahre hinweg vertuscht, um den Sport und die Universität nicht zu beschmutzen (vgl. Sports Illustrated, 2011).

So kommt es permanent zu einer ungleichen Verteilung der finanziellen Mittel innerhalb des amerikanischen Collegesystems. Wie beim IOC (und teilweise der FIFA) profitieren besonders Funktionäre und Athletic Directors und im Fall der NCAA zusätzlich die Startrainer von den finanziellen Einkünften. Trainer, oft glorifiziert als Halbgötter des gesamten Campus, in vielen Universitäten auch durch den jeweiligen Universitäts-präsidenten unantastbar, profitieren erheblich von der Vermarktung ihrer Spieler. Schlussendlich sind es oft weiße Funktionäre bzw. Trainer, die ein millionenschweres Jahresgehalt erhalten (vgl. Bendrich, 2013).

Die NCAA hat durch die Vermarktung des March Madness nahezu identische Umsatzzahlen wie das IOC und die Olympischen Spiele. In beiden Fällen können die Athleten nicht direkt von den Sponsoren der Ausrichter profitieren. Im Collegesport müssen nach den Regeln der NCAA alle Athleten „Amateure“ sein und im Hinblick auf die Olympischen Spiele verhindert der Paragraph 40 der Olympischen Charta, dass Athleten Privatsponsoren für einen bestimmten Zeitraum während, vor und nach Olympischen Spielen repräsentieren dürfen. Außer natürlich man heißt Michael Phelps!

Die Athleten erhalten so kein Stück des lukrativen „March Madness-Kuchens“. Parallelen der Systeme sind offensichtlich. Die Verbände missbrauchen die Athleten für ihre eigenen finanziellen Interessen. Nicht der Athlet, die Quelle jeglicher sportlicher Leistung, profitiert von seinen Erfolgen, sondern die Funktionäre dieser Organisationen. Seit den 60er Jahren und den ersten Fernsehverträgen ist das March- Madness- Konzept der NCAA ein hoch lukratives Finanzmodell. Kabelfernsehen und Sportkanäle haben den College Basketball zu einer nationalen, wenn nicht sogar einer internationalen Obsession revolutioniert. Heute kann man weltweit alle Spiele des March Madness live und on demand verfolgen. Dieses mediale Monster ist jährlich ein Milliardengeschäft, an dem die Athleten selbst nichts verdienen.

1991 erhielt die NCAA $28 Millionen Dollar für die Fernsehübertragungen. Wenige Jahre später unterzeichnete die NCAA den ersten großen Vertrag mit dem Fernsehsender CBS, der dem Verband 6 Millliarden Dollar in 11 Jahren garantierte. Damit stieg die NCAA in die Liga des IOCs auf und konnte auf ähnliche finanzielle Möglichkeiten und Umsätze verweisen. Im Jahr 2010 wurde dieser Vertrag abermals aufgebessert, sodass die NCAA zurzeit allein mit den Fernsehrechten bis 2024 11 Milliarden Dollar bzw. 771 Millionen Dollar pro Jahr an Fernsehgelder verdienen wird. Doch auch dieser Deal wurde letztes Jahr bereits auf 8 Jahre verlängert und bringt dem Verband weitere 8,8 Milliarden bis ins Jahr 2032 (vgl. NCAA, 2016). Das March Madness-Event ist ein Milliarden schweres Unternehmen, die Einnahmen stellen dabei 89 % des gesamten Umsatzes des Verbandes dar. Zusätzlich erhält eine Vielzahl von Funktionären in der nagelneuen 50 Millionen Dollar teuren Zentrale in Indianapolis hohe sechs- bis siebenstellige Gehälter, um die „wohl geölte Gelddruckmaschine“ am Laufen zu halten (vgl. Branch, 2011).

Durch diese historisch hohen Fernsehgelder wurden auch die Werbeunterbrechungen für die übertragenden Fernsehsender wie CBS immer wichtiger und lukrativer. Heute beinhaltet jedes Spiel allein 4 Fernseh-Timeouts pro Halbzeit, die allein von den Fernsehregisseuren genommen/ gesteuert werden können. Ein Spiel ist heute auch fremd gesteuert (siehe NCAA, 2016, Media Time-Outs). Neben diesen Media-Timeout gibt es zudem zahlreiche Timeouts durch die jeweiligen Trainer. Ein Spiel wird zunehmend wie die Profiliga zu einem Werbemarathon und für viele Arenabesucher zur Geduldsprobe, da sie während des Spiel häufig auf den nächsten Einwurf warten müssen.

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Die NCAA – Bildungsförderer oder Bildungshürde? Es kommt auf die Sportart und Herkunft an.

Begriffe wie Sklaverei und Ausbeutung sind bezogen auf die Athleten in den „high profile sports“ nicht weit hergeholt. Bis heute trainieren diese Athleten mehrmals täglich und erhalten dafür lediglich Essen, Logie und Reisekosten. In der englischen Sprache heißen solche Arbeitsverhältnissen „Indentured Servitude“. Zusätzlich profitieren die bereits wohlhabenden Trainer von dieser Art des Systems. Die fünf bestbezahltesten Trainer des diesjährigen March Madness-Turniers sind Duke’s Mike Krzyzewski (bis 2016 auch Nationaltrainer des Team USA), John Calipari (Kentucky), Sean Miller (Arizona), Bill Self (Kansas), und Tom Izzo (Michigan State). Sie alle verdienen durchschnittlich rund 5.5 Millionen Dollar (Coach K’s $7.3 Millionen Dollar) und bessern ihre fürstlichen Gehälter zusätzlich mit privaten Sponsoren auf. Ähnlich hohe Trainergehälter sind auch im American Football vorzufinden (z.B. Jim Harbaugh mit 9 Millionen $ Jahresgehalt).

In den siebziger und achtziger Jahren beliefen sich die Jahresgehälter der Basketballtrainer in der Division I noch auf Beträge im mittleren fünfstelligen Bereich, eine durchaus vertretbare Größenordnung (vgl. LA Times, 2013). Heute muss sich jeder Universitätsprofessor fragen, ob er von seiner jeweiligen Bildungsinstitution noch ernst genommen wird, wenn der Trainer des eigenen Basketballteams ein Vielfaches mehr verdient. Damit wird auch deutlich, wie sehr sich der Sport in den Universitäten von den Bildungseinrichtungen entfernt hat und wie umfangreich die Trainer von den hohen Einnahmen, neben den vielen Funktionären, seit den 80er Jahren profitiert haben.

Die einzige Gruppe innerhalb des Systems, für die sich wenig verändert, für die sich möglicherweise die Situation sogar verschlechtert hat, sind die Athleten. Sie können von den hohen Einnahmen nicht profitieren und müssen heute im Vergleich zu Spielern in den 70er oder 80er Jahren noch weiter reisen, noch mehr Spiele absolvieren, noch mehr PR- Termine wahrnehmen, haben zudem ein höheres Verletzungsrisiko (oft ohne eine Krankenversicherung) und verpassen noch mehr Vorlesungen in ihren Universitäten. Ein Abschluss wird so im Basketball und Football nahezu unmöglich. Diese Sportler werden heute mehr den je durch das System ausgenutzt und missbraucht. Bereits 2014 stellte die Basketballlegende und der Bürgerrechtler Kareem Abdul Jabbar in einem Artikel für das Jacobin Magazin fest: „Life for student-athletes is no longer the quaint Americana fantasy of the homecoming bonfire and a celebration at the malt shop. It’s big business in which everyone is making money — everyone except the eighteen to twenty-one-year-old kids who every game risk permanent career-ending injuries…. in the name of fairness, we must bring an end to the indentured servitude of college athletes and start paying them what they are worth.”(Abdul -Jabbar, 2014).

Die „high-profile sports“ Athleten profitieren zu wenig von den Einnahmen, obwohl sie wie die Olympiateilnehmer der Ausgangpunkt jeglicher Leistung sind. Zudem ist es erschreckend, dass weltweit anerkannte und renommierte Bildungsinstitutionen diesen Weg mitgehen und Mitglieder ihrer Bildungsinstitutionen auf diese Art und Weise ausbeuten.

Athleten beginnen, sich besser zu organisieren, sind auf dem Weg Gewerkschaften zu gründen und ziehen vor Gericht. Das sind erste Schritte, die Situation zu verändern. Das System wird sich zu Gunsten der Athleten nicht freiwillig reformieren.

Weitere Artikel zu den Athletenrechten, der Spitzensportreform 2017 in Deutschland, zum studentischen Spitzensport und Doping in der NBA auf http://www.derballluegtnicht.com.

Über 250 Seiten zum US-Collegesport gibt es bei amazon zum Lesen (+Spitzensport in Deutschland):

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Die Spitzensportförderung der Bundeswehr hat ausgedient – Warum Max Hartungs Worte so wichtig sind – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 9)

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Spitzensportförderung der Bundeswehr – Noch zeitgemäß oder ein Rohrkrepierer? (Foto: USArmy)

Die Förderung der Spitzensportler innerhalb der Bundeswehr besitzt innerhalb des DOSB bis heute Priorität und gilt im Dachverband als unangefochtene und effizienteste Form der Spitzensportförderung des Bundes. Zudem genießt diese Art der Förderung einen starken politischen und sportpolitischen Rückhalt. So sorgte das Interview des Athletensprechers Max Hartung in der vergangenen Woche für Aufruhr bei den Verbänden und Funktionären. Der neue Athletensprecher hatte die „Goldene Kuh“ des Dachverbandes diskreditiert und die seit Jahren bekannte Ineffizienz dieser Sportförderung öffentlich in einem Zeitungsinterview angesprochen.

Reaktion des Dachverbandes

Für die Funktionäre in Frankfurt war dies ein absolutes „No Go“. Beim Dachverband kam die Kritik des frisch gewählten Vorsitzenden der Athletenkommission nicht gut an, sodass sich der DOSB gezwungen sah, bereits wenig später eine Stellungnahme zu veröffentlichen und sich von den Aussagen Hartungs zu distanzieren. Der ehemalige Hochleistungssportler und Goldmedaillengewinner sowie heutiger Vizepräsident des DOSB Ole Bischof äußerte sich zu den Aussagen Hartungs, um die Wogen in der Öffentlichkeit zu glätten bzw. eine Diskussion im Keime zu ersticken. Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Ole Bischof, DOSB-Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), kommt beim Thema Bundeswehr zu einer völlig anderen Bewertung als der neue Vorsitzende der Athletenkommission, Max Hartung, dies in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geäußert hat. „Für uns ist die Bundeswehr als institutioneller Partner unverzichtbar“, sagte Bischof, „Wir werden selbstverständlich ihre Angebote weiter wahrnehmen. Wir danken der Bundeswehr für ihr Leistungssport-Engagement an zahlreichen und zweifelsohne äußerst wichtigen Stellen auf dem Weg unserer Athletinnen und Athleten in die Weltspitze.“

Erst im Juli hat der DOSB gemeinsam mit der Deutschen Sporthilfe eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der „Dualen Karriere“ von Bundeswehr-Athletinnen und -Athleten unterzeichnet. Damit wird die berufliche Beratung der Sportsoldatinnen und Sportsoldaten durch eine vertiefte Zusammenarbeit von Bundeswehr und DOSB verbessert. Eine wertvolle Ergänzung für die Bundeswehr-Athleten bildet darüber hinaus die Öffnung der Initiative „Sprungbrett Zukunft“ der Deutschen Sporthilfe, bei der sich mehr als 100 Wirtschaftsunternehmen für Maßnahmen der „Dualen Karriere“ engagieren. Diese vertiefte Kooperation von Bundeswehr, DOSB und Deutscher Sporthilfe eröffnet so den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern der Bundeswehr ein deutlich größeres Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten und erhöht ihre Chancen auf einen verzugslosen Berufseinstieg“ (DOSB, 2017).

Die mit wenigen Argumenten gefüllte Stellungnahme des DOSB lässt den Leser wissen, dass der Dachverband auch weiterhin plant, diese Art der Förderung beizubehalten und der Verband die Meinung Hartungs nicht teilt. Vielmehr wird die Bundeswehr in der Stellungnahme als unverzichtbarer Partner des Dachverbandes bezeichnet.

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Innenminister De Maiziere im Interview (Foto: EU2016 NL)

Auch Bundesinnenminister de Maiziere lässt keinen Zweifel daran, dass an dieser Förderung festgehalten werden soll. Der Innenminister und ehemalige Verteidigungsminister glaubt, dass einige Sportler mit 18 Jahren noch nicht wüssten, welchen Beruf sie ausüben wollen und diesen sollte man es ermöglichen, sich erst nach ihrer spitzensportlichen Karriere mit 30 oder 35 Jahren für einen Beruf zu entscheiden. De Maiziere ist sich sicher, dass jene Athleten bei der Bundeswehr die nötige Sicherheit erhielten (siehe DLF, 2017). Die Bundeswehr ist seiner Meinung nach „ein gutes Sprungbrett für eine duale Karriere.“

Doch entsprechen diese Sichtweisen der Realität?

Ursachenforschung für uneingeschränkte Unterstützung der Bundeswehrförderung

Doch warum wird die Bundeswehr vom DOSB und Bundesministerium des Inneren als unverzichtbarer Partner angesehen? Will de Maiziere so wie im Interview mit dem DLF angesprochen, genauso wie der Dachverband, dass sich Spitzensportler vollständig auf ihre spitzensportliche Karriere konzentrieren, anstatt nebenbei auch noch eine Berufsausbildung voranzutreiben?

Ziel des Dachverbandes und der politischen Partner ist es, den Sport „professionell“ zu betreiben, auch dieses Ziel bestätigt de Maiziere mit seinen Aussagen im Deutschlandfunk. In diesem Zusammenhang kann in Westdeutschland schon seit Jahrzehnten eine Tendenz zum Staatssport erkannt werden (vgl. Krüger/ Emrich, 2010, 93). Die oft kritisch gesehenen „Staatsamateure“ des Ostens sind in der Bundeswehr deutlich zu erkennen, obwohl sie nicht in das demokratische System Deutschlands passen und damit Systemkonformität vermissen lassen. Selbst der Olympiastützpunktleiter Diederich stellt bereits 2009 in einem Interview fest:

„Staatsamateure?! Letztendlich ja. Vielleicht ist die Begrifflichkeit etwas unglücklich. Aus meiner Sicht zumindest. Aber letztendlich ist es aber so, dass man die Sportfördergruppen letztendlich auch deswegen unter anderem auch eingerichtet hat, um unseren Sportlern und Sportlerinnen die gleichen Rahmenbedingungen zu verschaffen, wie es insbesondere in den Ostblockländern seit ewigen Zeiten schon gang und gäbe ist“ (Bernd Diederich1 in Sport Inside, 2009).

Bundeswehrathleten können sich durch die finanzielle und moralische Unterstützung der Armee auf den Leistungssport konzentrieren und werden zu Vertragsamateuren. Im Hinblick auf die Förderstellen der Bundeswehr kommt es zudem zu einem „Selektionseffekt“. Emrich et al. stellen fest, dass besonders Absolventen von Eliteschulen des Sports die Karriere bei den Streitkräften verfolgen (vgl. Emrich et al., 2009, 159). Die ehemaligen Eliteschüler bzw. –sportler sind jene Nachwuchssportler, welche, gemessen am Förderumfang, bereits zu Schulzeiten die höchsten finanziellen Zuwendungen erhielten (vgl. Radtke/ Coalter, 2007, 121). Das hohe persönliche finanzielle Risiko Leistungssport erscheint für die Zeit der aktiven Karriere bei der Bundeswehr am geringsten. Motivation und Antrieb gehen aufgrund der singulären Fokussierung oft verloren. Die singuläre Verengung der eigenen Perspektive hat somit nicht nur biographisch gesehen Folgen, sondern auch spitzensportlich. Maennig kritisiert bereits 2012 und in einer Sportausschusssitzung des Bundestages die Förderstruktur der Bundeswehr. Maennig stellt fest, dass die Bundeswehrathleten in den Olympiamannschaften von London (2012) und Rio (2016) im Durchschnitt signifikant weniger Medaillen gewinnen als ihre Olympiamannschaftskollegen. Maennig errechnet, dass die Medaille eines Sportsoldaten mindestens das Siebenfache einer Medaille eines durch die Sporthilfe geförderten Spitzensportlers kostet (vgl. Maennig, 2012, 2). In Rio gewannen von den 821 (Nachtrag: 821 = Gesamtgruppe der durch die Bundeswehr geförderten Athleten, 127 waren Teil der Olympiamannschaft in Rio, 115 in London) angestellten Bundeswehr-Sportsoldaten lediglich 19 eine Medaille.

2012 gab es Kritik an der Zählweise der Medaillen Maennigs seitens der Bundeswehr, doch auch wenn man die Mannschaftswettbewerbe für alle beteiligten Institutionen mit jeweils einem Medaillengewinn zählt, wird deutlich, dass die Bundeswehr den geringsten sportlichen Erfolg bei Olympischen Sommerspielen verbuchen kann (siehe Bendrich, 2015). Die Statistiken bestätigen die folgende Aussage Hartungs:

„Bei der Bundeswehr sind gut 700 Sportlerinnen und Sportler beschäftigt, und nicht einmal nur die besten. Für den Rest der Athleten steht nicht einmal ein Viertel dieser Summe zur Verfügung. Wenn es nach mir ginge, würde ich vorschlagen, das Geld anders einzusetzen und es ohne den Umweg über die Bundeswehr direkt an die Sportler auszuschütten“ (FAZ, 2017). Alle anderen Fördermaßnahmen mit deutlich weniger Geld produzieren mehr Erfolge als die Fördermaßnahmen der Bundeswehr.

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Kann man die Probleme noch ausbügeln? (Foto: H.M.Karshis)

Die Finanzierung – Spitzensportförderung innerhalb der Bundeswehr (finanziellen Zuschüsse)

Das Verteidigungsministerium hat in den letzten Jahren durchschnittlich eine Summe von über 60 Millionen Euro für die Sportförderung erhalten (vgl. Bundesinnenministerium des Inneren, 2011, 1) und davon über 50 % „exklusiv in die Spitzensportförderung investiert, Zitatende? was heißt, dass über ein Viertel des Gesamtetats des Spitzensports in Deutschland für ca. 800 Athleten in der Bundeswehr zur Verfügung steht. Die Förderplätze werden durch den DOSB und das Streitkräfteamt in Relation zu den Förderkontingenten für olympische und nicht-olympische Spitzenverbände verteilt (vgl. Bundeministerium des Inneren, 2010b, 6). 20 Millionen Euro der insgesamt 33 Millionen Euro sind für Personalkosten der Spitzensportler vorgesehen (vgl. Bundesministerium des Inneren, 2011). Die zurzeit über 10 Sportfördergruppen der Bundeswehr profitieren spürbar von diesen finanziellen Zuschüssen.

Die duale Karriere der Bundeswehrsoldaten wird durch die intensive finanzielle und ideelle Förderung der Bundeswehr gewürdigt. Zusätzlich erhält die Bundeswehr 270.000 Euro als Verpflegungszuschuss für die Leistungssportler. Im Bundeswehrhaushalt ist die Summe der Förderung des Sports und Spitzensports nicht aufgeschlüsselt, inoffiziell wird die Gesamtsumme auf bis zu 100 Millionen Euro im Jahr geschätzt, offiziellen Angaben der Bundeswehr zufolge belaufen sich die Ausgaben auf ca. 60 Millionen Euro. Dies verdeutlicht die gute finanzielle Unterstützung der Sportler während ihrer sportlichen Karriere bei der Bundeswehr“ (Bendrich, 2015).

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Braucht der Spitzensport die Bundeswehr?

Effizienz der Spitzensportförderung innerhalb der Bundeswehr

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass die Förderung innerhalb der Bundeswehr gravierende Mängel vorzuweisen hat und die Athleten besonders nach ihrer aktiven Karriere auch mit den erwähnten Veränderungen (siehe Statement DOSB) wie dem Programm „Sprungbrett“ deutliche biographische Nachteile haben. Über 95% der Athleten verbleiben nach ihrer aktiven Karriere nicht in der Bundeswehr und müssen sich zwangsläufig beruflich umorientieren. Zudem differenziert Hartung richtigerweise zwischen der Bundeswehr und den beiden anderen Institutionen, der Bundespolizei und des Zolls. Es zeigt, dass sich der Athletensprecher mit der Thematik detailliert auseinandergesetzt hat und er sich der Problematik der staatlichen Förderung bewusst ist. Hartung sagt: „Bei der Polizei, in den Ländern und beim Bund erhalten die geförderten Athleten eine Berufsausbildung und haben die Aussicht, nach dem Sport übernommen zu werden. Bei der Bundeswehr ist dies generell nicht der Fall“.

Hartung kristisiert, dass die Streitkräfte bei ihrer Förderung nicht nach Leistung differenzieren und der Verwaltungsaufwand, der bei der Bundeswehr entstehe, enorm sei. Dies bestätigt der Bundesrechnungshof und bemängelt die fehlenden Erfolgskontrollen.

In vielen Bereichen ist selbst für den Bundesrechnungshof nicht erkennbar, für was die finanziellen Mittel eingesetzt werden. So ist auch eine Effizienzanalyse von außen unmöglich (vgl. Bundesrechnungshof, 2009, 158). „Bislang konnte die höhere Effektivität einer dualen Karriere bei der Bundeswehr gegenüber anderen Formen der Förderung von Spitzensportlern nicht belegt werden. Der Bundesrechnungshof beanstandet das Eigenleben des Sports und die nicht vorhandenen Effizienzüberprüfungen des Systems, genauso wie die Intransparenz und die fehlende Sportkonzeption in Bezug auf den Spitzensport dieser zum öffentlichen Dienst gehörenden Institution. Im Erlass aus dem Jahre 1992 zur Durchführung der Spitzensportförderung sind keine Ziele der Förderung oder Integrationsansätze für das gesamte Sportkonzept der Bundeswehr zu identifizieren (vgl. Bundesrechnungshof, 2009, 158)“ (Bendrich, 2015, 89-90). Besonders das fehlende Sportkonzept ist ein Armutszeugnis für die Spitzensportförderung innerhalb der Streitkräfte.

 

Berufliche und spitzensportliche Förderung in der Bundeswehr

Innenminister de Maiziere sieht die Bundeswehr als ein wichtiges Sprungbrett der dualen Karriere an. De Maiziere spricht zudem hinsichtlich der Spitzensportförderung in Deutschland von einer generellen Wahlfreiheit der Athleten, doch genau diesen Aspekt kritisieren Hartung und viele Athleten, denn viele von ihnen wollen nicht Teil der Bundeswehr sein, nutzen die Förderung jedoch oft auch gegen ihren Willen, da sie von ihren jeweiligen Verbänden gedrängt und eben nur bei der Bundeswehr die finanziellen Sicherheiten während der spitzensportlichen Karriere erhalten, die sie in vielen anderen Bereichen bis heute vermissen. Von einer vorhandenen Wahlfreiheit zu sprechen, entspricht nicht der Realität.

Des weiteren hat die singuläre Fokussierung der Athleten während ihrer spitzensportliche Karriere, auch im Anschluss nicht den Vorteil – wie der Innenminister behauptet -, dass sich der Athlet nach der Karriere erst für einen Beruf entscheiden muss. Vielmehr überwiegen die Nachteile beim Start einer beruflichen Ausbildung mit Ende 20 bzw. Anfang 30. Viele dieser Athleten sind bereits allein durch ihr Alter in der Berufswelt weit abgehängt, zudem bedarf eine Karriereplanung einer besonderen Disziplin, sich in diesem Alter nochmals fortzubilden. Viele der Athleten haben jahrelang keine Bildungsinstitution mehr besucht, eine Rückkehr zu diesen Strukturen fällt naturgemäß schwer und gelingt nur mit eisernem Willen. Vielen gelingt es jedoch nicht, sodass sie biographisch bereits mit Anfang 30 weit abgehängt sind und der Übergang in die Berufswelt schwerfällt bzw. misslingt und sie abermals auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Die singuläre Fokussierung in der Bundeswehr ist mit einem hohen persönlichen biographischen und finanziellen Risiko verbunden, dies verschweigt de Maiziere in seinen Ausführungen. Zudem gibt es im Bereich der Bundeswehr weitere fragwürdige strukturelle Gegebenheiten.

„Bundestrainer und Sportdirektoren haben im Rahmen der Strukturen der Bundeswehr oftmals den Rang eines Feldwebels inne und sind diejenigen, die die Talente für die Bundeswehr aussuchen“ (vgl. Reinsch, 2011, 32 in Bendrich, 2015). Athleten sind so oft auf doppelte Weise von ihren Trainern abhängig. Die Trainer entscheiden sowohl über die sportliche und als auch berufliche Zukunft bei der Bundeswehr. Zudem werden die militärischen Ausbildungsprogramme für die Spitzensportler auf ein absolutes Minimum reduziert. So nehmen das Training, die Vorbereitung und die Wettkämpfe ca. 70 % und die militärische Ausbildung lediglich ca. 30 % des Dienstes ein (vgl. Kuhlen/ Sarsky, 2009, 9; Emrich, 1996, 63). Breuer und Wicker (2010) zeigen, dass der spitzensportliche Anteil deutlich über diesen 70% liegen muss (vgl. Breuer/ Wicker, 2010, 16). Letztendlich kann von einem „Scheinarbeitsverhältnis“ zwischen Bundeswehr und Athlet, gesprochen werden (vgl. Maennig, 2012, 4), da in der Grundausbildung lediglich auf ein Mindestmaß reduzierte militärisch notwendige Ergänzungs- und Wiederholungsausbildungen Wert gelegt wird. Der Athlet muss einen von vier Lehrgängen von einer Dauer von etwas über 5 Wochen im Jahr besuchen (vgl. Olympiastützpunkt Rheinland, o.J.a, 1-2, Bendrich, 2015, 88). Maennig stellt fest, dass das „Scheinsoldatentum“ sich als Ergebnis eines Sozialisationseffektes mit fehlenden Anforderungen in verschiedenen Lebensbereichen auf die sportliche Motivation und Leistungen niederschlägt (vgl. Maennig, 2012, 3). „Bis vor 6 Jahren war ein Hochschulstudium in der Armee nicht vorgesehen (vgl. Bundeswehr, 2011, 8) und ist auch aktuell nur wenn mit dem Sport und Dienst vereinbar, das heißt mit den Sichtweisen der Vorgesetzten (Trainer, Bundeswehr) vereinbar sind, erlaubt.

Zudem war bis 2010 eine Berufsausbildung bei einer Verpflichtungsdauer von unter 8 Jahren nicht möglich (vgl. Kuhlen/ Sarsky, 2009, 8). Seit 2010 gibt es eine Genehmigung von leistungssportgerechter Ausbildung/ Studium durch die Bundeswehr (vgl. Bundeswehr, 2013, 9), die wiederum betont: “Hierbei haben die Terminsetzungen des Dienstherrn Bundeswehr, insbesondere für die militärischen Ausbildungsgänge, als auch die sportfachlichen Vorgaben der Spitzenverbände Priorität“ (Bundeswehr, 2013, 5). Ein echtes Interesse an einer dualen Karriere im Hinblick auf eine Hochschulkarriere kann seitens der Bundeswehr ausgeschlossen und seitens des Kooperationspartners DOSB angezweifelt werden. Die Spitzensportler werden Mittel zum Zweck. Spitzensportler in der Bundeswehr können im Gegensatz zu den Sportlern bei der Polizei oder dem Zoll nicht direkt den Beruf wählen (vgl. Bundesministerium des Inneren, 2010b, 9). Sie entscheiden sich auf Grund der guten sportlichen Bedingungen für die Bundeswehr, und nicht aus Interesse am Beruf des Soldaten. Sie werden für den Zeitraum ihrer aktiven Karriere zu Sportprofis im Staatsdienst und für die Zeit danach kann diese einseitige Lebensweise im Sozialfall enden. Selbst das Karriereende des Sportsoldaten ist häufig fremdbestimmt. Es sind Bundestrainer und Sportdirektoren, manche von ihnen Feldwebel und damit beruflich Vorgesetzte, die entscheiden, für welchen Sportler die Zeit bei der Bundeswehr beendet ist (vgl. Reinsch, 2011, 32). Generell ist die Verlängerung der Verpflichtungsdauer für Spitzensportler nur jährlich möglich und in erheblichem Maße von der sportlichen Leistung abhängig (vgl. Kuhlen/ Sarsky, 2009, 8), was auch die stark angestiegene Anzahl von Stellen für Zeitsoldaten unter den Spitzensportlern bestätigt (vgl. Bundesrechnungshof, 2009, 158). Eine Übernahme als Berufssoldat ist in der Regel nicht möglich, lediglich zwei Athleten pro Jahr und Jahrgang erhalten im Rahmen einer „Bestenauslese“ diese Gelegenheit (vgl. Kuhlen/ Sarsky, 2009, 8 in Bendrich, 2015, 89-90).

Fazit

Hartung spricht wichtige, über Jahrzehnte gewachsen strukturellen Probleme an und anstatt ihn öffentlich abzukanzeln, wäre es angebracht über die Kritikpunkte Hartungs zu diskutieren. Der deutsche Sport schmückt sich gern mit der Idee des mündigen Athleten. Nun meldet sich solch ein Athlet, dazu noch gewählter Athletensprecher zu Wort und traut sich, sich in die aktuellen Diskussionen miteinzubringen. Doch anstatt die Worte des Sprechers und Topathleten aufzugreifen und Probleme sowie Diskrepanzen zu diskutieren, möchten der DOSB und das Bundesministerium der Verteidigung eine Diskussion mit einer pauschalen anderen Bewertung vermeiden. Zudem haben die Aussagen des Athleten bereits direkt persönliche Folgen. Noch am gleichen Tag, als in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Interview mit dem zum neuen Vorsitzenden der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gewählten Spitzensportler erschien, lehnte die Bundeswehr den Antrag Hartungs auf Einberufung zu einer Wehrübung ab. Zur Begründung werden auch die Äußerungen des Säbelfechters in der F.A.Z. angeführt (vg. FAZ, 2017, link: http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/max-hartung-nach-kritik-in-faz-interview-von-bundeswehr-abgestraft-14852469.html?GEPC=s3).

Es wird versucht, Hartungs Äußerungen schnell als Einzelmeinung abzutun und nicht als die eines Kollektivs oder Gruppe. Andere Athleten sollten ihre Erfahrungen einbringen und dankbar sein für einen die Diskussion nicht scheuenden Athletensprecher. Selbstverständlich sollten auch andere Meinungen bzw. positive Erfahrungen mit einbezogen werden. Schlussendlich geht es darum, ein System effizienter und fairer zu gestalten und das für alle Athleten. Sonst bleibt die Spitzensportförderung auch weiterhin objektorientiert und weniger subjektorientiert. Um die Bedürfnisse des einzelnen Athleten stärker in den Fokus zu rücken, bedarf es kritischer Stimmen, besonders kritischer Athleten.

Wenn Spitzenverbände tatsächlich an den mündigen Athleten und dem zukünftigen Nachwuchs Interesse haben, sollten sie die Kritik Hartungs ernst nehmen und eine öffentliche Diskussion zulassen. Nur über neue Strukturen werden sich Athleten für den Spitzensport auch in Zukunft begeistern lassen. Immer mehr junge Erwachsene wollen studieren bzw. streben einen Universitätsabschluss an. Dieser Trend ist in vielen Sportarten zu erkennen. Hartung spricht so nicht nur ein aktuelles, sondern auch ein mögliches zukünftiges Nachwuchsproblem an.

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