Athleten Deutschland – Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Athletenkommission und der mündige Athlet als Grundlage eines Leitbildes – Frust über Sportdeutschland Teil 12

Athleten Deutschland

Gestern Abend warnten Alfons Hörmann und Michael Vesper die Spitzensportler abermals vor Alleingängen hinsichtlich ihrer Bestrebungen eine unabhängige Athletenkommission mit dem Namen „Athleten Deutschland“ zu gründen. In dem Schreiben des DOSB-Präsidenten und des Vorstandsvorsitzenden hieß es: „Solange es bei der gemäß den IOC-Vorgaben und der DOSB-Satzung verankerten Aufgabendefinition der Athletenkommission innerhalb des DOSB bleibt, werden wir eine solche Initiative zumindest neutral oder auch gern unterstützend begleiten. Sollte aber eine Konstellation geschaffen werden, die die ausschließliche Wahrnehmung der satzungsmäßigen Aufgaben nicht mehr durch die Athletenkommission sicherstellt und zu deren teilweiser Auslagerung in eine neue Struktur führt, müssten wir uns schon aus formellen (Satzungs-)Gründen dagegen positionieren“. Weiter führen sie aus: „Als Präsidium und Vorstand des DOSB haben wir bekanntlich alle Teile und Gruppen von Sportdeutschland zu vertreten und deren berechtigte Interessen zu berücksichtigen und können deshalb nicht eine einzelne Gruppe einseitig bevorzugen.“

Besonders die finale Aussage, man könne nicht die Interessen einer „einzelnen Gruppe“ einseitig bevorzugen, ist mehr als irritierend und beweist die fehlende Wertschätzung der Athleten und des Organs Athletenkommission seitens des Dachverbandes. „Diese Gruppe“ repräsentiert die Athleten aller Sportarten in Deutschland, ohne diese gäbe es den deutschen Spitzensport und den DOSB – Bereich Leistungssport – nicht.

Die Athleten sollten dieses Schreiben als weitere Bestätigung ihrer Pläne werten und die Worte als Motivation für ihr Anliegen „Athleten Deutschland“ und die Abstimmung am Sonntag ansehen.

Eine neue, transparente spitzensportliche Philosophie mit angemessener Berücksichtigung der Spitzensportler selbst bedarf eines adäquaten Leitbildes mit unabhängigen und einflussreichen Athleten. Hierzu soll Grundlegendes aufgezeigt werden und die aktuell immer noch bestehende Mittel-Zweck-Problematik im Spitzensport erörtert werden.

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Frust über das System Sportdeutschland – Teil 12 und 13 demnächst online

Im deutschen Spitzensport rumort es. Das Thema Spitzensportreform löst zurzeit keine Euphorie mehr aus, vielmehr steht der Begriff für eine gewisse Ernüchterung im Spitzensport. Vermehrt äußern sich Spitzensportler kritisch über die aktuellen Förderstrukturen sowie Inhalte der Spitzensportreform. Einige denken öffentlich über ein Karriereende nach bzw. haben sich bereits zu diesem Schritt entschieden.

Demnächst Teil 12 und 13 zur Spitzensportreform in Deutschland. Die 11 bereits veröffentlichten Artikel sind hier zu finden:

Hier nun die 12 Artikel zur Spitzensportreform 2017 und folgt dem blog auch auf facebook und twitter. Um die Artikel zu lesen, einfach auf den Titel klicken!

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Teil 11: Die Spitzensportreform – ein Drama in…

Teil 10b (Exkurs): republica 2017- Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1).

Teil 10: Warum an der Unabhängigkeit der Athletenkommission kein Weg vorbeiführt.

Teil 9: Die Spitzensportförderung der Bundeswehr hat ausgedient – Warum die Worte Max Hartungs so wichtig sind.

Teil 8: Der Zwang zum Staatssport – Die Spitzensportförderung innerhalb der Bundeswehr im Fokus.

Teil 7:“ Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“ – Wie unabhängig sollte eine Athletenkommission sein? Frust über das System Sportdeutschland.

Teil 6: Spitzensportförderung – Es könnte so einfach sein – Das Spitzensportgeld – Frust über das System Sportdeutschland.

Teil 5 : Thema: Athletenfokussierung.Titel: Lieber Karriereende als weiterhin Spitzensport? – Um die es gehen sollte, geht es nicht!

Teil 4: Themen: Das Potentialanalysesystem PotAS und die Folgen bzw. Fragen

Teil 3: Themen= die Dokumente zur Leistungssportreform, Die duale Karriere und das Eckpunktepapier des DOSB, Die Aufgabe der Laufbahnberater, Bildung und Spitzensport – Der studentische Spitzensport, Die Profilquote – Die Vor- und Nachteile, Förderung durch die Bundeswehr.

Teil 2: Themen: Vorraussichtliche Fördersummen 2017,Leistungssportreform – Was bis heute bekannt ist, Die duale Karriere und der DOSB/ adh.

Teil 1: Themen=Ausbeute bei Olympia, die Athleten, das Strategiepapier, Die neuen Cluster 1-3, Kampf hinter den Kulissen.

Der DOSB und seine Spitzensportreform: Weniger ist mehr? Link: https://derballluegtnicht.com/…/der-dosb-und-seine-spitzen…/

 

photo: Maggie Straub Swimming (https://www.flickr.com/photos/11419501@N02/albums/72157625687321670)

Presseüberblick – Spitzensportreform (Juni-Juli 2017)

Ein unkommentierter Überblick über die Veröffentlichungen in den letzten Wochen (Juni/ Juli 2017):

„Ich kann nicht sagen, dass mich das nur traurig stimmt. Schließlich halte ich es für keine gute Idee, die Förderung einzelner Verbände allein daran auszumachen, ob ihre Athleten in der Weltspitze mithalten können – unabhängig von der Wettbewerbssituation“ (Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen).

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Frust über das System Sportdeutschland – 11 Artikel zur Spitzensportreform 2017- 2018

Heute treffen sich die Spitzensportverbände um über die Zukunft der Spitzensportreform zu diskutieren. Wie die letzten Wochen gezeigt haben, besteht viel Unruhe und Uneinigkeit darüber wie es in Zukunft mit dem deutschen Spitzensport weitergehen soll. Auch der ehemalige Hochleistungsschwimmer Marco Di Carli kritisiert seinen Verband (Deutschen Schwimm-Verbandes DSV) heftig. Hinsichtlicht der WM-Nominierungen spricht er in einem Brief an den DSV von Willkür. Besonders der DSV steht für eine radikale Zentralisierung des Spitzensports und damit für die aktuellen Ideen der Spitzensportreform.

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Die Spitzensportreform – ein Drama in … Akten – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 11)

Zurzeit rücken die Protagonisten De Maiziere und Hörmann wieder in das Rampenlicht des Dramas „Spitzensportreform 2017“. Nahezu alle Informationen werden durch „Monologe“ der involvierten Personen an die Zuschauer (Öffentlichkeit) vermittelt. Ist das Ganze eine Komödie oder eher eine Tragödie? Vieles deutet zurzeit auf letzteres hin. Befindet sich die aktuelle Diskussion bzw. das Drama bereits an der Peripetie (Wende- oder Höhepunkt) oder steht diese noch bevor.

Aktuell wird wieder ausgiebig über die Spitzensportreform diskutiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), das Bundesinnenministerium (BMI) und die Verbände sind sich uneinig wann mit der Finanzierung der Spitzensportreform begonnen werden soll. Die beiden Initiatoren und Verfechter der aktuellen Spitzensportreform, der Dachverband DOSB und das Ministerium des Inneren, entfernen sich dabei immer mehr voneinander; inwieweit war dieses Verhältnis in der Vergangenheit überhaupt durch Vertrauen und Kommunikation geprägt oder standen und stehen vielmehr eigene Interessen im Vordergrund? Die Spitzensportreform war von Anfang an in der Kritik. So forderten Innenminister De Maiziere und DOSB Präsident Hörmann immer wieder mehr Transparenz und Offenheit, jedoch zeigen die aktuellen Diskussionen, dass es besonders den eigenen Institutionen an diesen Eigenschaften mangelt. Die fehlende Transparenz scheint die Spitzensportreform und die betroffenen Verbände besonders zu belasten. Viele Verbände wissen nicht, wie es nächstes Jahr weitergehen soll.

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re:publica 2017 – Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1)

Diskussionsrunde mit Marthe-Victoria Lorenz (fairplaid), Jonathan Koch (Athletenkommission), Jonathan Sachse (Correct!v, fussballdoping.de), Benjamin Bendrich (www.derballluegtnicht.com) auf der re:publica 2017

Impulsreferat (Extended Version) zum Thema Spitzensport und digitale Medien

Skandale haben in letzten Monaten den nationalen und internationalen Spitzensport erschüttert. Weitreichende Doping- und Korruptionsskandale in Zusammenhang mit den am wirtschaftlichen Erfolg interessierten Verbänden IOC und FIFA schaden dem Spitzensport insgesamt nachhaltig. Sowohl national und als auch international wird der Spitzensport zu einem intensiv diskutierten politischen Thema. Der Spitzensport hat dabei erheblich an gesellschaftlichem Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren und befindet sich zurzeit in seiner wohl größten Sinnkrise. Besonders Athleten, so auch die deutschen, leiden unter den aktuellen Skandalen und dem  Imageverlust. Da ist es kein Wunder, dass Olympiabewerbungen in Deutschland zurzeit gesellschaftlich nicht gewollt und unrealistisch erscheinen. Noch immer instrumentalisieren Funktionäre den Spitzensport für eigene Interessen und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Athleten. Spitzensportler sind gezwungen, sich den intransparenten Verbands- und Förderstrukturen zu fügen.

Besonderheiten in Deutschland beeinflussen die Weiterentwicklung des Spitzensports immens. So hat sich der Fußball zu einem platzraubenden Ungeheuer entwickelt, das alle anderen spitzensportlichen und sportpolitischen Themen zeitweise erstickt, und in Deutschland auch von einer Monokultur Fußball gesprochen werden kann. Die Übermacht des Fußballs lässt den restlichen Spitzensport klein erscheinen.

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Die Spitzensportförderung der Bundeswehr hat ausgedient – Warum Max Hartungs Worte so wichtig sind – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 9)

bwehr
Spitzensportförderung der Bundeswehr – Noch zeitgemäß oder ein Rohrkrepierer? (Foto: USArmy)

Die Förderung der Spitzensportler innerhalb der Bundeswehr besitzt innerhalb des DOSB bis heute Priorität und gilt im Dachverband als unangefochtene und effizienteste Form der Spitzensportförderung des Bundes. Zudem genießt diese Art der Förderung einen starken politischen und sportpolitischen Rückhalt. So sorgte das Interview des Athletensprechers Max Hartung in der vergangenen Woche für Aufruhr bei den Verbänden und Funktionären. Der neue Athletensprecher hatte die „Goldene Kuh“ des Dachverbandes diskreditiert und die seit Jahren bekannte Ineffizienz dieser Sportförderung öffentlich in einem Zeitungsinterview angesprochen.

Reaktion des Dachverbandes

Für die Funktionäre in Frankfurt war dies ein absolutes „No Go“. Beim Dachverband kam die Kritik des frisch gewählten Vorsitzenden der Athletenkommission nicht gut an, sodass sich der DOSB gezwungen sah, bereits wenig später eine Stellungnahme zu veröffentlichen und sich von den Aussagen Hartungs zu distanzieren. Der ehemalige Hochleistungssportler und Goldmedaillengewinner sowie heutiger Vizepräsident des DOSB Ole Bischof äußerte sich zu den Aussagen Hartungs, um die Wogen in der Öffentlichkeit zu glätten bzw. eine Diskussion im Keime zu ersticken. Die Stellungnahme im Wortlaut:

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