Caster Semenya vs. IAAF

Ein Zeitstrahl

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Die IAAF verpflichtet Läuferinnen mit intersexuellen Anlagen, einen Testosterongehalt von fünf Nanomol pro Liter Blut nicht zu überschreiten. Nach Angaben der IAAF soll ein Wettbewerbsvorteil verhindert werden. Um weiter an Wettkämpfen teilnehmen zu können, müssten sich Athletinnen wie die zweimalige Olympiasiegerin Semenya einer Hormontherapie unterziehen, um ihre Testosteronwerte zu senken. Sie lehnt dies ab und geht gegen die Entscheidung vor. Eine ausführliche Analyse zum Fall Semenya gibt es demnächst auf http://www.derballluegtnicht.com und http://www.derballluegtnicht.de

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IOC President Thomas Bach answers question about athletes‘ representation at the Athletes Forum 2019

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High Quality Download (for Reading) Bach Statement

An extensive article about rule 4O of the Olympic Charta and the decision of the German Cartel Office that changes need to be made to allow athletes to profit from the Games can be read here. The article is written in English and in parts written in note form. It was first published on www.derballluegtnicht.com .

Athletes‘ Rights in 2018: Indentured Servitude in Global Elite Sports – Rule 40 as a Textbook Example – Athletenrechte in 2018 (UPDATE)

March Madness – Der Wahnsinn rund um die Spieler

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March Madness – Der Wahnsinn rund um die Spieler 

Die NCAA-Championship mit dem March Madness geht weiter. Bereits in einer Woche folgt der nächste Teil. Bitte folgt “der ball lügt nicht” auf  twitter , facebook und instagram und teilt den Artikel.

Die Folgen des Amateurstatus und die Zukunft der NCAA

Der Collegesport in den USA befindet sich aktuell, trotz einer wirtschaftlichen Erfolgsstory, in einer tiefen Sinnkrise. Auch deshalb ist der durch die NCAA rechtlich geschützte Begriff „March Madness“ sehr passend. Der Weg nach Minneapolis (Final Four) ist gepflastert mit möglichen neuen Enthüllungen rund um die Korruption und Manipulation von Trainern, Betreuern, Managern und Universitäten. Ein Bestechungsskandal folgt dem nächsten, bereits ein weiterer ist aktuell im Anrollen. Die Ermittlungen des FBI (seit einigen Monaten sehr  aktiv) verdeutlichen das Ausmaß dieser Skandale; erste korrupte Involvierte konnten durch Abhörmaßnahmen des Inlandsgeheimdienstes überführt und verurteilt werden, aufgrund von Korruption und Manipulation überführte Trainer gehörten den Universitäten Louisville, Arizona, USC, Oklahoma State, Creighton, TCU, North Carolina State und Kansas an (vgl. Crepeau, 2019). Viele weitere werden in den nächsten Monaten folgen. Zudem gibt es bereits neue Anschuldigungen.

Erfolgreiche Cheftrainer wie Kentuckys Calipari hingegen werden als Helden von der Wildcats-Anhängerschaft verehrt und bei Vergehen wird schnell verziehen bzw. ein anderer lukrativer Job verschafft (z.B. TV-Kommentator). Es dauert sicherlich nicht lang, bis wir den im griechischen Exil lebenden Rick Pitino (aktuell Trainer beim griechischen Verein Panathinaikos B.C. Athen in der Euroleague) wieder an der Seitenlinie eines amerikanischen Powerhouses sehen. Wahnsinn!

High School Sportstars werden in den wirtschaftlich lukrativen Sportarten Basketball und Football („high profile sports“ „revenue generating sports“) mit finanziellen Zahlungen oder materiellen Geschenken bestochen, eine bestimmte Universität zu besuchen. Den Universitäten geht es darum, das sportliche Talent dieser Athleten zu sichern und bestmöglich zu vermarkten. Das Gemeinwohl und eine qualitativ hochwertige Ausbildung der Athleten ist zweitrangig.

Studentische Spitzensportler sind offiziell Amateure eingestuft, obwohl sie häufig täglich mehr als die von der NCAA vorgegebenen Stunden in ihren Sport investieren und als Leistungssportler angesehen werden können. Das Video von Emmanuel Acho, einem ehemaligen student-athlete der University of Texas und NFL, verdeutlicht die Realität eines studentischen Spitzensportlers.

Das Original – Die Utopie

Die Gegenleistung seitens der Universitäten ist ein Stipendium (Kosten + Logie), das diesen Spitzensportler jedoch häufig nichts nutzt, Weiterlesen „March Madness – Der Wahnsinn rund um die Spieler“

Der olympische Teufelskreis – Wer kann ihn durchbrechen?

John Carlos antwortete auf die Frage, warum es die Olympischen Spiele nur alle vier Jahre gäbe: „Damit das IOC all das Geld auch zählen kann“. Carlos selbst Olympionike und Menschenrechtler wurde nach seiner Protestaktion (Er und sein Teamkollege Smith streckten während der Siegerehrung ihre Faust nach oben, das damalige Symbol der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung Black Power-Bewegung) zusammen mit seinem Teamkameraden Tommie Smith von den Olympischen Spielen 1968 ausgeschlossen. Carlos, dessen Protest sich gegen die Diskriminierung der afro-amerikanischen Bevölkerung richtete, wurde bei den Spielen 1968 zunächst als Vaterlandsverräter betitelt, gilt heute jedoch als einer der bedeutendsten und anerkanntesten politischen Aktivisten in der US-amerikanischen Sportgeschichte. Wieviel Wahrheit steckt hinter seiner Aussage?

Das System Olympia 

Das Olympische Komitee sieht die Olympischen Spiele als den Motor des Friedens, die olympische Bewegung als Triebwerk, Menschen aus aller Welt zusammenzubringen. Es ist eine Bewegung mit noblen Absichten, die für das IOC als Legitimationsfassade dienen. Schaut sich ein aktiver Spitzensportler die aktuelle Konstruktion des weltweit größten sportlichen Wettkampfes und die Strukturen des Organisators an, so muss er desillusioniert an die Worte von John Carlos zurückdenken. Der Sport ist ein Geschäft, es geht es um viel Geld. Wo sind innerhalb dieses Konstrukts noch positive Veränderungen möglich und wer kann diese Veränderungen herbeiführen?

Durch aktuelle Entscheidungen und Skandale ist der Schaden für die olympische Idee bzw. olympische Marke, für manche vielleicht überraschend, überschaubar. Historisch gesehen ist der olympische Sport schon immer ein Spektakel, ein Schauspiel mit Skandalen, das an einen modernen Gladiatorenkampf erinnert. Dies hat auch innerhalb des Anti-Dopingkampfes, zweifelsohne schon seit Jahrzehnten, zu einer Entkopplung vom Gesagten und dem Handeln geführt. Diese Entkopplung dient dazu das Narrativ des sauberen Sports (auf der Formalstruktur) in der Öffentlichkeit zu sichern. Die tatsächliche Ineffektivität dieses Kampfes auf der Aktivitätsebene scheint für den Großteil des Konstellationsakteurs Zuschauer unerheblich. Zwar werden positive Dopingtests der Spitzensportler in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert, jedoch führen sie bis heute nicht dazu, dass sich die Zuschauer in großen Zahlen vom Sport abwenden. Das Problem: Viel eher festigt sich unter den Fans die fatale Annahme, dass ohnehin alle Spitzensportler gedopt sind und somit wieder ein ausgeglichener Wettkampf möglich ist. Dies hat zudem zur Folge, dass es einerseits ehrliche Athleten nicht gelingt ihre Sauberkeit mit Hilfe von Dopingkontrollen zu beweisen, andererseits dopende Athleten häufig das Know-How besitzen, eine positive Dopingprobe zu vermeiden.

 Die Russlandaffäre – Skandale als Geschäftsmodell 

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Hinsichtlich der Russlandaffäre, dem wohl größten Dopingskandal der olympischen Geschichte, kann im Rückblick festgestellt werden, dass die Betrüger – besonders die im Hintergrund agierende hochrangigen Funktionäre – nicht belangt werden und eine vollständige Wiederaufnahme Russlands durch das IOC demnächst vollzogen wird. Zudem beweisen die neuen Erkenntnisse zu den Dopingtests bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang, dass Weiterlesen „Der olympische Teufelskreis – Wer kann ihn durchbrechen?“

Athletes‘ Rights in 2018: Indentured Servitude in Global Elite Sports – Rule 40 as a Textbook Example – Athletenrechte in 2018 (UPDATE)

Statement by the German Athletes‘ Commission regarding Rule 40

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Info in English: An extensive article about rule 4O of the Olympic Charta and the decision of the German Cartel Office that changes need to be made to allow athletes to profit from the Games can be read below. The article is written in English and in parts written in note form. It was first published on http://www.derballluegtnicht.com on the 3rd of January 2018.

UPDATE – final decision by the Bundeskartellamt: „German athletes and their sponsors will have considerably enhanced advertising opportunities during the Olympic Games in future. The German Olympic Sports Confederation (Deutscher Olympischer Sportbund, DOSB) and the International Olympic Committee (IOC) committed to the Bundeskartellamt to ease the advertising restrictions pursuant to Rule 40 No. 3 of the Olympic Charta.“

Press release Bundeskartellamt

Why rule 40 also has to change internationally – you can read in the following article.

Short info in German: Ein ausführlicher Artikel zur Regel 40 des IOC und der Auswirkungen auf die Athleten. Was bringt die Entscheidung des Bundeskartellamts für die Athleten und warum die Diskussion nicht abreißen wird. Der Artikel wird auf Englisch veröffentlicht, da das Interesse im Ausland ähnlich hoch ist und http://www.derballluegtnicht.com Anfragen zu diesem Thema aus dem Ausland erhalten hat.

Global elite sports is currently going through the worst crisis of its’ history. But the current situation can also be seen as a opportunity for organizations to reform themselves or to renew them from the outside. To restore trust in sports federations and associations, changes are necessary to prevent continued exploitation of athletes, doping, corruption, bribery, fraud, sexual harassment to finally make federations more transparent. How is change possible?

Federations like FIFA, IOC, IAAF, NCAA and other international and national sports players generate millions of dollars for their enterprises. Although there is a huge investment of capital into elite sports and a noticeable professionalization, many of the expected benefits like: wage increases, (health) insurances, unionization, workers’ protection and investments into education of athletes (dual careers) are still often missing. To some extend similar situations can be found in Olympic, Non-Olympic, Paralympic movements as well as in US-college sports (NCAA).
In all of these cases still the weakest component is the athlete – the source of each performance. Sports organizations/ federations are powerful entities and are often independent from national regulation and control.

In many cases the gap between the revenue generated by the federations and what athletes receive has only increased. Although elite sports has changed on many levels, the situation of the athletes in many sports federations is grotesquely similar to the days when most athletes started their sports careers. In fact, the biggest differences for athletes nowadays, are that they travel more often and further, participate in more sporting events or games, risk more injuries, and have less possibilities in terms of pursuing a vocational training/ education or dual career (Zirin, 2017). So athletes can be seen as indentured servants of these entities, who signed a contract with the IOC, NOC or the NCAA by which they agreed to work for a certain number of months or years in exchange for transportation to the venues, training facilities and dorms and, once they arrived, food, clothing (in case of the Olympics – the clothes of their NOC’s supplier; in case of the NCAA- clothes of the Athletic Department’s supplier), and shelter (Olympic village / dorms). Many associations and their officials seem to be profit-grabbing cartels that with the help of rules like IOC’s Rule 40 or the NCAA’s Restitution Rule keep the athletes in a position of indentured servitude. Athletes have to start to examine the organizational and business side of their respective sports for example from the revenues they generate through merchandise, audience, social media and TV deals.

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Die NCAA in der Identitätskrise – Zwischen Skandalen, Sklaverei und Kommerz

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Moritz Wagner im Interview

Immer mehr europäische Nachwuchstalente wie der Berliner Moritz Wagner (der heute Nacht mit seiner Mannschaft (University of Michigan) um den Einzug ins Finale des Final Fours kämpft), erhalten attraktive Stipendien, um ihre dualen Karrieren nach dem Schulabschluss/ Abitur in den USA fortzusetzen. Europäische Spitzensportler profitieren dabei vom US-Collegesystem sowohl im „high profile sports“ als auch „low profile sports“. Einheimische Athleten hingegen haben besonders in den „high profile sports“ oft mit erheblichen Problemen zu kämpfen (siehe Teil 1- Das March Madness-Turnier als Beispiel der Ausbeutung von Sportlern) .

Die Probleme des studentischen Spitzensports in den USA führen den amerikanischen Collegesport in eine handfeste Identitätskrise, die sich in den nächsten Jahren durch weitere Auseinandersetzungen und Gerichtsverfahren über die finanzielle Entschädigung studentischer Spitzensportler in den Hauptsportarten noch intensivieren wird. Im extremsten Fall kann es zur Zerschlagung des Verbandes NCAA führen, des „angeblichen“ Wächters moralischer Werte.

Hinsichtlich der Analyse des amerikanischen Collegesystems ist die internationale und amerikanische Sportwissenschaft partikular zu kritisieren, da sie oft die beiden Hauptsportarten Football und Basketball als Spiegelbild des Gesamtsystems ansieht und den Collegesport schlussendlich insgesamt als korrupt beschreibt, ohne eine ausführliche Strukturanalyse der einzelnen Sportarten durchzuführen. In der Realität sind deutliche Unterschiede in den einzelnen Sportarten und auch hinsichtlich des Geschlechts der Sportler zu erkennen.

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Die verschwiegene Liga – Doping in der NBA – Interview in der FIVE

In der NBA gibt es so gut wie keine Dopingfälle. der ball lügt nicht über den Mythos der sauberen Mannschaftssportarten, Praktiken von einzelnen Spielern, warum sich die Association beim Thema Doping bedeckt hält und warum eine starke Spielergewerkschaft so wichtig ist. Alles im Interview in der Ausgabe 146 des Basketballmagazins FIVE (am Kiosk). Oben in der Leiste findet ihr 3 weitere Artikel zum Doping in der NBA.

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Neben dem Interview findet ihr unter den Fotos drei weitere Artikel über die NBA und die Medien und ihren Umgang mit dem Thema Doping.

Drei weitere Artikel zum Thema findet ihr hier:

Teil 1 Doping in der NBA

Teil 2 Doping in der NBA

Teil 3 Doping in der NBA