Die Offenbarung des kommerziellen Spitzensports – Die Gier des IOC ist größer als die Vernunft

no-olympics-202_45178817Die Corona-Krise ist eine Offenbarung für die Elite des deutschen und internationalen Profisports. Die Maske des Humanitarismus fällt durch ein neuartiges Virus endgültig. Funktionäre, Verbände, Ligen und Athleten reagieren auf die Krise und zeigen, welche Interessen sie tatsächlich haben.

Besonders besorgniserregend ist die Reaktion von Funktionären der reichsten Sportligen und -Organisationen, so national der Fußball-Bundesliga und international des IOC.

Fußballbundesliga-Funktionäre wollten während der existentiellen Krise an Geisterspielen festhalten, um eine weitere Tranche der Fernsehgelder zu erhalten. Bis zuletzt fanden Spiele noch unter der Beteiligung der Fans statt, obwohl das Virus z.B. rund um Stuttgart bereits grassierte und Mönchengladbach (beim Spiel gegen Dortmund) nur wenige Kilometer von der sehr betroffenen Virusregion Heinsberg liegt. Zu “Flattening the Curve” hat die Bundesliga nicht beigetragen, eher als Brandbeschleuniger – dies gilt es nach der Pandemie detailliert aufzuarbeiten. Die Bundesliga wurde durch öffentlichen Druck gestoppt, das Risiko eines zu hohen Imageverlustes des Produktes Bundesliga war der alleinige Grund für eine Saisonunterbrechung.

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Die multimilliardenschwere Kommerzmaschine Spitzensport bringt jedoch weitere soziale Konflikte zum Vorschein. Ist es gerechtfertigt, dass Sportstars der Bundesliga oder NBA aufgrund ihres “Marktwertes” übermäßig häufig als Vorsichtsmaßnahme auf das Coronavirus getestet werden, obwohl in vielen Regionen diese Tests für Schwererkrankte fehlen. Zwar argumentieren die Proficlubs damit, dass sie Vertragspartner im Gesundheitswesen haben und diese deshalb schnell und unkompliziert Tests ermöglichen. Doch ist ein solches Vorgehen gerecht und moralisch vertretbar? Könnten nicht genau diese Ressourcen anders genutzt werden? Gerade wenn die Verunsicherung in der Normalbevölkerung groß ist und nur bei klaren Symptomen eine Teststation aufgesucht werden darf. Sind dann solche medizinischen Privilegien gerechtfertigt? Aus wirtschaftlicher Sicht sicherlich, aus moralischer eher nicht.

Auch FIFA-Präsident Infantino gibt durch sein Handwaschvideo ein eigenartiges Bild in der aktuellen Krise. Er macht sich damit fast schon lustig über die weltweite Pandemie.  Will sich Mr. Infantino im symbolischen Sinne von allen möglichen Machenschaften reinwaschen? Infantino, der gerne für sich das Image des “Mr. Proppers” des internationalen Fußballs propagiert (der alles aufräumt und säubert), entpuppt sich aufgrund seiner korrupten Hinterzimmerdeals und seiner offensichtlichen Insensibilität vielmehr als “Mr. Improper”.

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IOC vs. Athleten

Getoppt wird das ganze aktuell nur noch durch das IOC. Das affärengestählte IOC – als weltweiter Dachverband – ist ein weiteres Beispiel für die Offenbarung des kommerziellen Spitzensports. Trotz eines vollständigen Lockdowns in vielen Staaten, hält das IOC an dem Termin der Olympischen Spiele im Sommer fest,  obwohl ein Ende der Pandemie nicht absehbar ist und die Athleten in vielen Ländern zurzeit nicht regelmäßig und unter professionellen Bedingungen trainieren und sich vorbereiten können. Durch den Host City Vertrag ist Tokio und die japanische Regierung hinsichtlich einer Verschiebung der Spiele machtlos, das letzte Wort hat immer das IOC. Der Host City Vertrag besagt, dass das IOC die Möglichkeit hat, die Spiele dem Gastgeber jederzeit zu entziehen (Seite 81), wenn das IOC das Gefühl hat, die Teilnehmer werden nicht ausreichend geschützt und einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Der aktuelle Virus wäre ein triftiger Grund die Spiele zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen. Versichert wäre das IOC auch, jedoch geht es nicht nur um aktuelle, sondern besonders um zukünftige Einnahmen – die Gier ist größer als die Vernunft. IOC-Chef Bach scheint entgegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu glauben das hochansteckende Virus mit tiefeinschneidenen gesellschaftlichen Konsequenzen sei bis zum Sommer besiegt. Es besteht die Möglichkeit die Spiele zu verschieben, dies wird bisher partout abgelehnt. Hinzukommt, dass in zahlreichen Staaten, aus nachvollziehbaren Gründen, die Dopingtests zurückgefahren (z.B. Deutschland) oder ausgesetzt (z.B. China) werden mussten – aber auch diese Tatsache ist kein Argument für das IOC, eine Verschiebung in Erwägung zu ziehen. Dies erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Athleten unterschiedlich gut auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten können und womöglich bei illegalen Methoden aktuell noch “unentdeckter” bleiben. Auch ein “Jahr der Doper” scheint dem IOC keine Sorgen zu bereiten. Ist das IOC an effektiven Dopingtests interessiert oder wird das IOC weiterhin von Profitgedanken mit umfangreichen Verträgen geleitet?

Definitiv würden die geschilderten Umstände im Sommer nicht zu fairen Wettkämpfen führen – sondern  eher zu Glücksspielen verkommen: in welcher Region lebt der Athlet, wie stark ist diese von der Pandemie betroffen und welche Einschränkungen gibt es im Hinblick auf die Trainingsmöglichkeiten? Einige Regionen werden von der Pandemie später betroffen sein (z.B. Afrika), auch deshalb erscheint eine Verschiebung der Spiele um wenige Monate unrealistisch. Können alle Athleten in Zeiten einer Pandemie gesund zu bleiben, wenn man davon ausgeht, dass sich in den nächsten 12-18 Monaten 60-70% der Bevölkerung damit anstecken – alles Dinge, die Athleten nur bedingt selbst beeinflussen können.

Das Beispiel des Schwimmers Cameron van der Burgh:

Cameron van der Burgh auf Twitter

Hinzukommt, dass auch die sportlichen Vergleiche sowie Qualifikationsmöglichkeiten für die Spitzensportler weggebrochen sind. Wer noch nicht qualifiziert ist, weiß nicht wie es weitergeht. Mitte Juli können Athleten nur unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinandertreffen und möglicherweise zu einer weiteren unkontrollierbaren Petrischale für eine weitere große Welle an Infektionen werden.

Die Pandemie offenbart die Tatsache der vollständigen wirtschaftlichen Orientierung sowie Korrumpierung des olympischen Sports. Als weltweiter Dachverband zeigt das IOC das erschreckende Bild eines auf finanzieller Gier basierenden Systems, das kein Interesse an der Gesundheit der Athleten noch der Weltgemeinschaft hat – sondern sich ausschließlich an der Profitmaximierung orientiert. So ließ das IOC aufgrund des Ausschlusses des internationalen Boxverbands (Grund: Korruption) Mitte März in der durch das Coronavirus betroffenen englischen Hauptstadt ein Box-Qualifikationsturnier austragen und brach diese Veranstaltung erst am dritten Tag ab, und dies obwohl Gesundheitsexperten bereits vor dem Boxturnier von dieser Veranstaltung abgeraten hatten. Gestern begrüßten trotz der Coronakrise über 50.000 Menschen das Olympische Feuer in Japan, weitere Ansteckungen durch das Event Olympia sind wahrscheinlich.  Der Deckmantel des IOC fällt durch das verantwortungslose Verhalten seiner Funktionäre. Durch die Krise wird das System aus Gier, Selbstbereicherung und sozialer Verantwortungslosigkeit einmal mehr offengelegt.  Bis heute ist weder Solidarität oder Einfühlvermögen seitens des IOC-Präsidenten zu erkennen – vielmehr wirkt er wie ein emotionsloser Roboter einer gut geölten Gelddruckmaschine. Auch im neuen und millionenschweren Hauptquartier in Lausanne scheinen Mitgefühl und Moral Fremdwörter zu sein. Besonders die möglichen gravierenden finanziellen Einbußen halten die höchsten Repräsentanten des Weltsports davon ab, offen weitere Optionen zu diskutieren oder über eine Verschiebung der Spiele nachzudenken.  Bach erkennt nicht, dass der olympische Sport nicht systemrelevant ist. Der Sport ist und bleibt, wenn fair und transparent, eine der schönsten Nebenbeschäftigungen der Welt – nicht mehr und nicht weniger. Stattdessen sind es die Funktionäre und Mitarbeiter des IOC, die sich bis heute in ihrer Position und Bedeutung selbstüberschätzen. Der IOC-Präsident trägt durch sein Rumgedruckse indirekt dazu bei, die Pandemie zu verharmlosen und dies, obwohl jeder einzelne auf die Solidarität seiner Mitbürger angewiesen ist.

Der Jurist Bach kann die Mogelware IOC besser verpacken, als z.B.  die rhetorisch oft ungeschickten Fußballbundesliga-Funktionäre. Langjährige Wegbegleiter wie die ehemalige Weltklasse-Fechterin Britta Heinemann müssen für den eigenen Fassadenschwindel herhalten, um von der unersättlichen Profitgier des Konglomerats IOC geschickt abzulenken. Zunehmend erkennt die Öffentlichkeit jedoch den Sachverhalt. Sport verkommt zu einem für Verbände und ihren Funktionären hochprofitablen Wirtschaftszweig, in dem es ausschließlich um Konsum geht – eine Tragödie für die Athleten und ihre jahrelangen Aufopferungen.

Die Pandemie verdeutlicht die klare Dysbalance der Macht zwischen den Verbänden und ihren Athleten. Das IOC will an den Spielen in Sommer festhalten, die vielfältigen Probleme der Athleten durch die Pandemie sind überhaupt nicht von Interesse. Die Bedenken einer immer größer werdenden Anzahl an Athleten werden nicht gehört. Mögliche Alternativen wurden durch das IOC lange nicht in Erwägung gezogen – einen Plan B gab es offiziell lange nicht.  Vielmehr teilte das IOC mit, die Athleten sollen sich weiterhin auf die Spiele vorbereiten.

Dass durch die Aufforderung ein immenser psychischer Druck in dieser globalen Ausnahmesituation auf die Athleten entsteht, dem IOC ist dies anscheinend nicht bewusst. So sorgen sich die Athleten um ihre Familienangehörigen und ihre eigene Gesundheit, aber auch um ihre Existenz. Es besteht die Gefahr, dass sich Athleten aufgrund der klaren Aufforderungen des IOC nicht an ihre lokalen Vorgaben halten und trotz Ausgangssperre trainieren. Damit würden Sportler die Gesundheit ihrer Mitbürger an ihrem jeweiligen Wohnort riskieren – aufgrund der olympischen Bewegung. Eine vollständige Absage der Olympischen Spiele würde besonders die Athleten hart treffen – mehr als nachvollziehbar. Athleten bereiten sich unter nicht einfachen finanziellen und biographischen Bedingungen seit mehreren Jahren auf diesen spitzensportlichen Höhepunkt vor. Sie nehmen viele persönliche, biographische Eingeständnisse in Kauf, um Teil dieser Wettkämpfe zu sein. Sie sind es, die in den Randsportarten oft noch für die Hyperinklusion des Spitzensports (vollständige Fokussierung auf den Hochleistungssport) und ihre spitzensportlichen Ambitionen draufzahlen. Doch sie sind es einmal mehr, die betonen, dass auch der Sport in Zeiten einer Pandemie zurückstecken muss.

Viele Athleten sitzen zurzeit in Trainingslagern fest. Sie befinden sich in Isolation, werden ausgeflogen oder können teilweise in ihren Trainingsdomizilen nicht trainieren. Andere können wichtige Sportstätten in der Heimat nicht aufsuchen, da sie aus guten Gründen geschlossen wurden. Wiederum andere können sich zuhause nicht fit halten, da sie nicht die notwenigen Räumlichkeiten haben bzw. Trainingseinheiten im eigenen Zuhause nahezu unmöglich sind (z.B. Schwimmer). Andere benötigen, um effektiv trainieren zu können, Trainingspartner die sie tagtäglich herausfordern. All diese Probleme können zurzeit nicht gelöst werden – und nach der Meinung vieler Athleten sollten sie auch nicht. Es ist ein globaler Ausnahmezustand, in dem der Sport nach Auffassung vieler deutscher und internationaler mündiger Athleten jetzt erstmal nebensächlich ist und doch eine andere – ganz  wichtige Rolle einnehmen könnte und sollte.

Viele Spitzensportler fordern mehr Empathie, Einfühlsamkeit und Flexibilität – Eigenschaften mit denen das IOC nicht dienen kann, jedoch dienen sollte. Der olympische Sport und der Spitzensport hätten die Möglichkeit (gehabt) durch eine rasche Verschiebung auf die Gefährlichkeit der aktuellen Situation hinzuweisen und Social Distancing als ein Merkmal eines neuen Verhaltens hervorzuheben.  Doch das IOC dreht sich nur um sich selbst. Die Entfremdung zwischen dem IOC und seinen Athleten könnte nicht größer sein.

Einmal mehr sind es die Athleten selbst, die durch Privatvideos auf die Krankheit aufmerksam machen. Zudem zeigt die aktuelle Situation, dass die Athleten fähig sind, sich in solchen Krisenzeiten untereinander zu organisieren und Druck auszuüben. Aktuell beraten deutsche Athleten zusammen mit dem Verein Athleten Deutschland über ein weiteres Vorgehen. Die Athleten (ca. 1000 inkl. dem Deutscher Behindertensportverband) diskutieren zu dieser Stunde über ein Fernbleiben beim Festhalten des aktuellen Termins der Olympischen Spielen und über die Forderung nach einer Verschiebung. Beispielhaft hat der Sprecher der Athleten, Hartung, angekündigt, unter diesen gesellschaftlichen Extrembedingungen nicht an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Wie Hartung zeigen die Athleten, was es bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Team Canada teilt die Meinung Hartungs und wird im Sommer keine Athleten nach Tokio versenden. Die Athleten sind es, die als erstes erkannten, wie ernst die Lage ist und dies, obwohl ihnen die olympischen Wettkämpfe viel, sehr viel bedeuten und eine Menge Emotionen bei einer Verschiebung der Wettkämpfe freigesetzt werden. Es sind die Athleten, die mit Besonnenheit und Augenmaß auf die aktuelle Situation reagieren, eigentlich das, was man von den Führungsriege des IOC hätte erwarten können. Chapeau Athleten!

Gold, und dann? Weniger als Mindestlohn – Die Realität im deutschen Spitzensport

gold-5c-20und-5_36440513Deutsche Athleten, so wird der Öffentlichkeit häufig suggeriert, profitieren von ihrem Sport und können sich finanziell über diesen absichern. Diese Annahme wird durch deutsche Stars wie Mesut Özil, Dirk Nowitzki, Angelique Kerber oder Mats Hummels sowie internationale Top-Stars in den jeweiligen Sportarten und die starke Kommerzialisierung des gesamten Sports gestützt, doch dies ist für die Mehrzahl der deutschen Athleten fernab jeglicher Realität. Fußballern und einer geringen Anzahl von Athleten anderer Sportarten, oft Ausnahmeathleten einer ganzen Generation, gelingt eine Absicherung durch den Leistungssport. Für alle anderen Spitzensportler ist der wirtschaftliche Professionalisierungsgrad verschwindend gering, die Partizipation am Leistungssport ist ein soziales und persönliches Risiko (Update, urspr. Bendrich, 2015).

Breuer, Wicker, Dallmeyer und Ilgner kommen in ihrer aktuellen Studie1 zu sozialen Rahmenbedingungen deutscher Spitzensportler zu dem Ergebnis, dass die befragten deutschen Spitzensportlern durchschnittlich eine 60-bis-70-Stunden-Woche zu absolvieren haben und ihnen 18.680 Euro brutto (Männern = 19.390 €, Frauen = 17.750 €) im Jahr bzw. 1556 € pro Monat zur Verfügung stehen (vgl. Breuer et al, 2018, 1-2, 41). Die Topverdiener z.B. aus Profiligen (z.B. Profis aus Spielsportarten, Profi-Wintersportler und besonders erfolgreiche Sportler) sind in die vorliegenden Berechnungen nicht mit einberechnet. Zwar würden sie die Zahlen nach oben verändern, jedoch würden sie nicht mehr das Problem der vielen Leistungssportler widerspiegeln.

Entlohnt wird dieser Gruppe der Spitzensportler im Schnitt mit 7,41 Euro pro Stunde (2010 = 7,38€) – der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 8,84 Euro (vgl. Breuer et al, 2018, 36). Viele von diesen Athleten verdienen deutlich weniger. Es gibt Fälle in denen Nachwuchsathleten Hartz IV als zusätzliche finanzielle Unterstützung benötigen um ihren Sport ausüben zu können.  Im Vergleich dazu stehen z.B. dem deutschen Studenten laut der neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Mittelwert 918 Euro an Einnahmen zur Verfügung (vgl. FAZ, 2017).

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Athleten Deutschland und die Folgen

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Athleten Deutschland – derballluegtnicht.com 1(pdf zur freien Nutzung, bitte Quelle angeben)

Eine neue, transparente spitzensportliche Philosophie mit angemessener Berücksichtigung der Spitzensportler selbst bedarf eines adäquaten Leitbildes mit unabhängigen und einflussreichen Athleten.

Zu diesem Thema nun einige Argumente und Erläuterungen warum man die Athletenvertreter in ihren Bestrebungen unterstützen sollte (klicken sie auf die Titel):

Nie war die Partizipation und Einmischung der Athleten wichtiger, die Politik und damit besonders das Bundesinnenministerium sollte das Bestreben der Athletenkommission unterstützen. Die Politik muss ihren Anteil dazu beitragen, dass deutsche Athleten in Zukunft ihre Interessen eigenständig formulieren können und so zu Vorbildern im weltweiten Spitzensport werden.

 

Weitere aktuelle Artikel zum Thema:

1. DOSB gegen flügge Athleten (FAZ)

2. Interview mit Britta Dassler (FDP) im Deutschandfunk
„Der Athlet steht im Mittelpunkt“- Der Streit um das Geld für die Interessenvertretung Athleten Deutschland e.V. ist noch nicht beigelegt. Im Dlf-Interview sagte FDP-Sportsprecherin Britta Dassler: „Ich plädiere eigentlich für die Auszahlung der 225.000 Euro an den Verein, damit die einfach stark ihre Interessen vertreten können.“

Britta Dassler im Gespräch mit Jessica Sturmberg

3. Athleten Deutschland e.V.Kontroverse über Finanzierung

Die Interessenvertretung Athleten Deutschland e. V. und der Deutsche Olympische Sportbund streiten sich um Geld. Die Athleten möchten die Förderung aus dem Bundeshaushalt direkt erhalten. Ein Streit, bei dem es auch um die Frage geht, auf wessen Seite das Bundesinnenministerium steht. Von Marina Schweizer

Athleten Deutschland – Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Athletenkommission und der mündige Athlet als Grundlage eines Leitbildes – Frust über Sportdeutschland Teil 12

Athleten Deutschland

Gestern Abend warnten Alfons Hörmann und Michael Vesper die Spitzensportler abermals vor Alleingängen hinsichtlich ihrer Bestrebungen eine unabhängige Athletenkommission mit dem Namen „Athleten Deutschland“ zu gründen. In dem Schreiben des DOSB-Präsidenten und des Vorstandsvorsitzenden hieß es: „Solange es bei der gemäß den IOC-Vorgaben und der DOSB-Satzung verankerten Aufgabendefinition der Athletenkommission innerhalb des DOSB bleibt, werden wir eine solche Initiative zumindest neutral oder auch gern unterstützend begleiten. Sollte aber eine Konstellation geschaffen werden, die die ausschließliche Wahrnehmung der satzungsmäßigen Aufgaben nicht mehr durch die Athletenkommission sicherstellt und zu deren teilweiser Auslagerung in eine neue Struktur führt, müssten wir uns schon aus formellen (Satzungs-)Gründen dagegen positionieren“. Weiter führen sie aus: „Als Präsidium und Vorstand des DOSB haben wir bekanntlich alle Teile und Gruppen von Sportdeutschland zu vertreten und deren berechtigte Interessen zu berücksichtigen und können deshalb nicht eine einzelne Gruppe einseitig bevorzugen.“

Besonders die finale Aussage, man könne nicht die Interessen einer „einzelnen Gruppe“ einseitig bevorzugen, ist mehr als irritierend und beweist die fehlende Wertschätzung der Athleten und des Organs Athletenkommission seitens des Dachverbandes. „Diese Gruppe“ repräsentiert die Athleten aller Sportarten in Deutschland, ohne diese gäbe es den deutschen Spitzensport und den DOSB – Bereich Leistungssport – nicht.

Die Athleten sollten dieses Schreiben als weitere Bestätigung ihrer Pläne werten und die Worte als Motivation für ihr Anliegen „Athleten Deutschland“ und die Abstimmung am Sonntag ansehen.

Eine neue, transparente spitzensportliche Philosophie mit angemessener Berücksichtigung der Spitzensportler selbst bedarf eines adäquaten Leitbildes mit unabhängigen und einflussreichen Athleten. Hierzu soll Grundlegendes aufgezeigt werden und die aktuell immer noch bestehende Mittel-Zweck-Problematik im Spitzensport erörtert werden.

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Frust über das System Sportdeutschland – 11 Artikel zur Spitzensportreform 2017- 2018

Heute treffen sich die Spitzensportverbände um über die Zukunft der Spitzensportreform zu diskutieren. Wie die letzten Wochen gezeigt haben, besteht viel Unruhe und Uneinigkeit darüber wie es in Zukunft mit dem deutschen Spitzensport weitergehen soll. Auch der ehemalige Hochleistungsschwimmer Marco Di Carli kritisiert seinen Verband (Deutschen Schwimm-Verbandes DSV) heftig. Hinsichtlicht der WM-Nominierungen spricht er in einem Brief an den DSV von Willkür. Besonders der DSV steht für eine radikale Zentralisierung des Spitzensports und damit für die aktuellen Ideen der Spitzensportreform.

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re:publica 2017 – Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1)

Diskussionsrunde mit Marthe-Victoria Lorenz (fairplaid), Jonathan Koch (Athletenkommission), Jonathan Sachse (Correct!v, fussballdoping.de), Benjamin Bendrich (www.derballluegtnicht.com) auf der re:publica 2017

Impulsreferat (Extended Version) zum Thema Spitzensport und digitale Medien

Skandale haben in letzten Monaten den nationalen und internationalen Spitzensport erschüttert. Weitreichende Doping- und Korruptionsskandale in Zusammenhang mit den am wirtschaftlichen Erfolg interessierten Verbänden IOC und FIFA schaden dem Spitzensport insgesamt nachhaltig. Sowohl national und als auch international wird der Spitzensport zu einem intensiv diskutierten politischen Thema. Der Spitzensport hat dabei erheblich an gesellschaftlichem Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren und befindet sich zurzeit in seiner wohl größten Sinnkrise. Besonders Athleten, so auch die deutschen, leiden unter den aktuellen Skandalen und dem  Imageverlust. Da ist es kein Wunder, dass Olympiabewerbungen in Deutschland zurzeit gesellschaftlich nicht gewollt und unrealistisch erscheinen. Noch immer instrumentalisieren Funktionäre den Spitzensport für eigene Interessen und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Athleten. Spitzensportler sind gezwungen, sich den intransparenten Verbands- und Förderstrukturen zu fügen.

Besonderheiten in Deutschland beeinflussen die Weiterentwicklung des Spitzensports immens. So hat sich der Fußball zu einem platzraubenden Ungeheuer entwickelt, das alle anderen spitzensportlichen und sportpolitischen Themen zeitweise erstickt, und in Deutschland auch von einer Monokultur Fußball gesprochen werden kann. Die Übermacht des Fußballs lässt den restlichen Spitzensport klein erscheinen.

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Warum an der Unabhängigkeit der Athletenkommission kein Weg vorbeiführt – Frust über das System Sportdeutschland (Teil 10)

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Track and Field (@Steven Pisano)

„Unabhängigkeit im Denken ist das erste Kennzeichen der Freiheit. Ohne sie bleibst du ein Sklave der Umstände.“ (Swami Vivekânanda)

Steht der Athlet im Mittelpunkt der aktuellen Spitzensportreform? Die Aussagen der Athletensprecher im Sportausschuss am Mittwoch, dem 08.03.17 und die ersten Analyse der Reform auch auf dieser Internetseite lassen etwas anderes vermuten (siehe Frust über das System Sportdeutschland).

Die aktuellen Athletensprecher haben ein wichtiges Problem erkannt und verbalisieren es in der Öffentlichkeit: Es kann nicht sein, dass sechs Athleten, die selbst noch im Spitzensport aktiv sind, ehrenamtlich die Rechte der Athleten vertreten und verteidigen sollen. Zu sechst sollen sie national und international Verbänden/ Nationen die Stirn bieten und dies ohne jegliche Vorerfahrungen in diesem Bereich und finanzielle Mittel.

Verbände und Funktionäre, oft über Jahrzehnte Teil des Systems und gut vernetzt, können die aktiven Athletensprecher mit einfachen Mitteln wie mögliche Nominierungen oder auch finanzielle Unterstützungen unter Druck setzen (siehe Frust über das System Sportdeutschland Teil 7).

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