Die Offenbarung des kommerziellen Spitzensports – Die Gier des IOC ist größer als die Vernunft

no-olympics-202_45178817Die Corona-Krise ist eine Offenbarung für die Elite des deutschen und internationalen Profisports. Die Maske des Humanitarismus fällt durch ein neuartiges Virus endgültig. Funktionäre, Verbände, Ligen und Athleten reagieren auf die Krise und zeigen, welche Interessen sie tatsächlich haben.

Besonders besorgniserregend ist die Reaktion von Funktionären der reichsten Sportligen und -Organisationen, so national der Fußball-Bundesliga und international des IOC.

Fußballbundesliga-Funktionäre wollten während der existentiellen Krise an Geisterspielen festhalten, um eine weitere Tranche der Fernsehgelder zu erhalten. Bis zuletzt fanden Spiele noch unter der Beteiligung der Fans statt, obwohl das Virus z.B. rund um Stuttgart bereits grassierte und Mönchengladbach (beim Spiel gegen Dortmund) nur wenige Kilometer von der sehr betroffenen Virusregion Heinsberg liegt. Zu “Flattening the Curve” hat die Bundesliga nicht beigetragen, eher als Brandbeschleuniger – dies gilt es nach der Pandemie detailliert aufzuarbeiten. Die Bundesliga wurde durch öffentlichen Druck gestoppt, das Risiko eines zu hohen Imageverlustes des Produktes Bundesliga war der alleinige Grund für eine Saisonunterbrechung.

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Die multimilliardenschwere Kommerzmaschine Spitzensport bringt jedoch weitere soziale Konflikte zum Vorschein. Ist es gerechtfertigt, dass Sportstars der Bundesliga oder NBA aufgrund ihres “Marktwertes” übermäßig häufig als Vorsichtsmaßnahme auf das Coronavirus getestet werden, obwohl in vielen Regionen diese Tests für Schwererkrankte fehlen. Zwar argumentieren die Proficlubs damit, dass sie Vertragspartner im Gesundheitswesen haben und diese deshalb schnell und unkompliziert Tests ermöglichen. Doch ist ein solches Vorgehen gerecht und moralisch vertretbar? Könnten nicht genau diese Ressourcen anders genutzt werden? Gerade wenn die Verunsicherung in der Normalbevölkerung groß ist und nur bei klaren Symptomen eine Teststation aufgesucht werden darf. Sind dann solche medizinischen Privilegien gerechtfertigt? Aus wirtschaftlicher Sicht sicherlich, aus moralischer eher nicht.

Auch FIFA-Präsident Infantino gibt durch sein Handwaschvideo ein eigenartiges Bild in der aktuellen Krise. Er macht sich damit fast schon lustig über die weltweite Pandemie.  Will sich Mr. Infantino im symbolischen Sinne von allen möglichen Machenschaften reinwaschen? Infantino, der gerne für sich das Image des “Mr. Proppers” des internationalen Fußballs propagiert (der alles aufräumt und säubert), entpuppt sich aufgrund seiner korrupten Hinterzimmerdeals und seiner offensichtlichen Insensibilität vielmehr als “Mr. Improper”.

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IOC vs. Athleten

Getoppt wird das ganze aktuell nur noch durch das IOC. Das affärengestählte IOC – als weltweiter Dachverband – ist ein weiteres Beispiel für die Offenbarung des kommerziellen Spitzensports. Trotz eines vollständigen Lockdowns in vielen Staaten, hält das IOC an dem Termin der Olympischen Spiele im Sommer fest,  obwohl ein Ende der Pandemie nicht absehbar ist und die Athleten in vielen Ländern zurzeit nicht regelmäßig und unter professionellen Bedingungen trainieren und sich vorbereiten können. Durch den Host City Vertrag ist Tokio und die japanische Regierung hinsichtlich einer Verschiebung der Spiele machtlos, das letzte Wort hat immer das IOC. Der Host City Vertrag besagt, dass das IOC die Möglichkeit hat, die Spiele dem Gastgeber jederzeit zu entziehen (Seite 81), wenn das IOC das Gefühl hat, die Teilnehmer werden nicht ausreichend geschützt und einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Der aktuelle Virus wäre ein triftiger Grund die Spiele zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen. Versichert wäre das IOC auch, jedoch geht es nicht nur um aktuelle, sondern besonders um zukünftige Einnahmen – die Gier ist größer als die Vernunft. IOC-Chef Bach scheint entgegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu glauben das hochansteckende Virus mit tiefeinschneidenen gesellschaftlichen Konsequenzen sei bis zum Sommer besiegt. Es besteht die Möglichkeit die Spiele zu verschieben, dies wird bisher partout abgelehnt. Hinzukommt, dass in zahlreichen Staaten, aus nachvollziehbaren Gründen, die Dopingtests zurückgefahren (z.B. Deutschland) oder ausgesetzt (z.B. China) werden mussten – aber auch diese Tatsache ist kein Argument für das IOC, eine Verschiebung in Erwägung zu ziehen. Dies erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Athleten unterschiedlich gut auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten können und womöglich bei illegalen Methoden aktuell noch “unentdeckter” bleiben. Auch ein “Jahr der Doper” scheint dem IOC keine Sorgen zu bereiten. Ist das IOC an effektiven Dopingtests interessiert oder wird das IOC weiterhin von Profitgedanken mit umfangreichen Verträgen geleitet?

Definitiv würden die geschilderten Umstände im Sommer nicht zu fairen Wettkämpfen führen – sondern  eher zu Glücksspielen verkommen: in welcher Region lebt der Athlet, wie stark ist diese von der Pandemie betroffen und welche Einschränkungen gibt es im Hinblick auf die Trainingsmöglichkeiten? Einige Regionen werden von der Pandemie später betroffen sein (z.B. Afrika), auch deshalb erscheint eine Verschiebung der Spiele um wenige Monate unrealistisch. Können alle Athleten in Zeiten einer Pandemie gesund zu bleiben, wenn man davon ausgeht, dass sich in den nächsten 12-18 Monaten 60-70% der Bevölkerung damit anstecken – alles Dinge, die Athleten nur bedingt selbst beeinflussen können.

Das Beispiel des Schwimmers Cameron van der Burgh:

Cameron van der Burgh auf Twitter

Hinzukommt, dass auch die sportlichen Vergleiche sowie Qualifikationsmöglichkeiten für die Spitzensportler weggebrochen sind. Wer noch nicht qualifiziert ist, weiß nicht wie es weitergeht. Mitte Juli können Athleten nur unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinandertreffen und möglicherweise zu einer weiteren unkontrollierbaren Petrischale für eine weitere große Welle an Infektionen werden.

Die Pandemie offenbart die Tatsache der vollständigen wirtschaftlichen Orientierung sowie Korrumpierung des olympischen Sports. Als weltweiter Dachverband zeigt das IOC das erschreckende Bild eines auf finanzieller Gier basierenden Systems, das kein Interesse an der Gesundheit der Athleten noch der Weltgemeinschaft hat – sondern sich ausschließlich an der Profitmaximierung orientiert. So ließ das IOC aufgrund des Ausschlusses des internationalen Boxverbands (Grund: Korruption) Mitte März in der durch das Coronavirus betroffenen englischen Hauptstadt ein Box-Qualifikationsturnier austragen und brach diese Veranstaltung erst am dritten Tag ab, und dies obwohl Gesundheitsexperten bereits vor dem Boxturnier von dieser Veranstaltung abgeraten hatten. Gestern begrüßten trotz der Coronakrise über 50.000 Menschen das Olympische Feuer in Japan, weitere Ansteckungen durch das Event Olympia sind wahrscheinlich.  Der Deckmantel des IOC fällt durch das verantwortungslose Verhalten seiner Funktionäre. Durch die Krise wird das System aus Gier, Selbstbereicherung und sozialer Verantwortungslosigkeit einmal mehr offengelegt.  Bis heute ist weder Solidarität oder Einfühlvermögen seitens des IOC-Präsidenten zu erkennen – vielmehr wirkt er wie ein emotionsloser Roboter einer gut geölten Gelddruckmaschine. Auch im neuen und millionenschweren Hauptquartier in Lausanne scheinen Mitgefühl und Moral Fremdwörter zu sein. Besonders die möglichen gravierenden finanziellen Einbußen halten die höchsten Repräsentanten des Weltsports davon ab, offen weitere Optionen zu diskutieren oder über eine Verschiebung der Spiele nachzudenken.  Bach erkennt nicht, dass der olympische Sport nicht systemrelevant ist. Der Sport ist und bleibt, wenn fair und transparent, eine der schönsten Nebenbeschäftigungen der Welt – nicht mehr und nicht weniger. Stattdessen sind es die Funktionäre und Mitarbeiter des IOC, die sich bis heute in ihrer Position und Bedeutung selbstüberschätzen. Der IOC-Präsident trägt durch sein Rumgedruckse indirekt dazu bei, die Pandemie zu verharmlosen und dies, obwohl jeder einzelne auf die Solidarität seiner Mitbürger angewiesen ist.

Der Jurist Bach kann die Mogelware IOC besser verpacken, als z.B.  die rhetorisch oft ungeschickten Fußballbundesliga-Funktionäre. Langjährige Wegbegleiter wie die ehemalige Weltklasse-Fechterin Britta Heinemann müssen für den eigenen Fassadenschwindel herhalten, um von der unersättlichen Profitgier des Konglomerats IOC geschickt abzulenken. Zunehmend erkennt die Öffentlichkeit jedoch den Sachverhalt. Sport verkommt zu einem für Verbände und ihren Funktionären hochprofitablen Wirtschaftszweig, in dem es ausschließlich um Konsum geht – eine Tragödie für die Athleten und ihre jahrelangen Aufopferungen.

Die Pandemie verdeutlicht die klare Dysbalance der Macht zwischen den Verbänden und ihren Athleten. Das IOC will an den Spielen in Sommer festhalten, die vielfältigen Probleme der Athleten durch die Pandemie sind überhaupt nicht von Interesse. Die Bedenken einer immer größer werdenden Anzahl an Athleten werden nicht gehört. Mögliche Alternativen wurden durch das IOC lange nicht in Erwägung gezogen – einen Plan B gab es offiziell lange nicht.  Vielmehr teilte das IOC mit, die Athleten sollen sich weiterhin auf die Spiele vorbereiten.

Dass durch die Aufforderung ein immenser psychischer Druck in dieser globalen Ausnahmesituation auf die Athleten entsteht, dem IOC ist dies anscheinend nicht bewusst. So sorgen sich die Athleten um ihre Familienangehörigen und ihre eigene Gesundheit, aber auch um ihre Existenz. Es besteht die Gefahr, dass sich Athleten aufgrund der klaren Aufforderungen des IOC nicht an ihre lokalen Vorgaben halten und trotz Ausgangssperre trainieren. Damit würden Sportler die Gesundheit ihrer Mitbürger an ihrem jeweiligen Wohnort riskieren – aufgrund der olympischen Bewegung. Eine vollständige Absage der Olympischen Spiele würde besonders die Athleten hart treffen – mehr als nachvollziehbar. Athleten bereiten sich unter nicht einfachen finanziellen und biographischen Bedingungen seit mehreren Jahren auf diesen spitzensportlichen Höhepunkt vor. Sie nehmen viele persönliche, biographische Eingeständnisse in Kauf, um Teil dieser Wettkämpfe zu sein. Sie sind es, die in den Randsportarten oft noch für die Hyperinklusion des Spitzensports (vollständige Fokussierung auf den Hochleistungssport) und ihre spitzensportlichen Ambitionen draufzahlen. Doch sie sind es einmal mehr, die betonen, dass auch der Sport in Zeiten einer Pandemie zurückstecken muss.

Viele Athleten sitzen zurzeit in Trainingslagern fest. Sie befinden sich in Isolation, werden ausgeflogen oder können teilweise in ihren Trainingsdomizilen nicht trainieren. Andere können wichtige Sportstätten in der Heimat nicht aufsuchen, da sie aus guten Gründen geschlossen wurden. Wiederum andere können sich zuhause nicht fit halten, da sie nicht die notwenigen Räumlichkeiten haben bzw. Trainingseinheiten im eigenen Zuhause nahezu unmöglich sind (z.B. Schwimmer). Andere benötigen, um effektiv trainieren zu können, Trainingspartner die sie tagtäglich herausfordern. All diese Probleme können zurzeit nicht gelöst werden – und nach der Meinung vieler Athleten sollten sie auch nicht. Es ist ein globaler Ausnahmezustand, in dem der Sport nach Auffassung vieler deutscher und internationaler mündiger Athleten jetzt erstmal nebensächlich ist und doch eine andere – ganz  wichtige Rolle einnehmen könnte und sollte.

Viele Spitzensportler fordern mehr Empathie, Einfühlsamkeit und Flexibilität – Eigenschaften mit denen das IOC nicht dienen kann, jedoch dienen sollte. Der olympische Sport und der Spitzensport hätten die Möglichkeit (gehabt) durch eine rasche Verschiebung auf die Gefährlichkeit der aktuellen Situation hinzuweisen und Social Distancing als ein Merkmal eines neuen Verhaltens hervorzuheben.  Doch das IOC dreht sich nur um sich selbst. Die Entfremdung zwischen dem IOC und seinen Athleten könnte nicht größer sein.

Einmal mehr sind es die Athleten selbst, die durch Privatvideos auf die Krankheit aufmerksam machen. Zudem zeigt die aktuelle Situation, dass die Athleten fähig sind, sich in solchen Krisenzeiten untereinander zu organisieren und Druck auszuüben. Aktuell beraten deutsche Athleten zusammen mit dem Verein Athleten Deutschland über ein weiteres Vorgehen. Die Athleten (ca. 1000 inkl. dem Deutscher Behindertensportverband) diskutieren zu dieser Stunde über ein Fernbleiben beim Festhalten des aktuellen Termins der Olympischen Spielen und über die Forderung nach einer Verschiebung. Beispielhaft hat der Sprecher der Athleten, Hartung, angekündigt, unter diesen gesellschaftlichen Extrembedingungen nicht an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Wie Hartung zeigen die Athleten, was es bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Team Canada teilt die Meinung Hartungs und wird im Sommer keine Athleten nach Tokio versenden. Die Athleten sind es, die als erstes erkannten, wie ernst die Lage ist und dies, obwohl ihnen die olympischen Wettkämpfe viel, sehr viel bedeuten und eine Menge Emotionen bei einer Verschiebung der Wettkämpfe freigesetzt werden. Es sind die Athleten, die mit Besonnenheit und Augenmaß auf die aktuelle Situation reagieren, eigentlich das, was man von den Führungsriege des IOC hätte erwarten können. Chapeau Athleten!

#EqualPay – Wie Rapinoe und Co die Popularität nutzen, um gegen geschlechterspezifische Diskriminierung im US Soccer vorzugehen

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“The state of the game is in a beautiful place because of the talent alone and the commercial dollars being put in, but FIFA remain very chauvinistic when it comes to putting money into the women’s game.” (Hope Solo).

Durch die aktuellen Diskussionen um die gleiche Vergütung von Frauen und Männern im Sport ist der Frauenfußball ein gutes Beispiel für die Probleme der Bezahlung von Athletinnen.

Die Frauenweltmeisterschaft in Frankreich hatte weltweit die höchsten Einschaltquoten aller Zeiten.  Das Achtelfinale zwischen Frankreich und Brasilien z.B. wurde von 35 Millionen Zuschauern in Brasilien und 10,6 Millionen in Frankreich verfolgt. Es war damit das meistgeschaute Frauenfußballspiel jemals. In Italien verfolgten 7,3 Millionen Menschen das Spiel zwischen Italien und Brasilien, damit waren es 35mal so viel Bürger wie beim bisherigen Rekord der italienischen Frauennationalmannschaft (vgl. Gibbs, 2019).

Bei den vergangenen Weltmeisterschaften im Jahr 2015 erhielten die Weltmeisterinnen der amerikanischen Nationalmannschaft eine Prämie von insgesamt 2 Millionen Dollar. Ihre französischen Kollegen erhielten ein Jahr zuvor 35 Millionen Dollar für den gleichen Titel (vgl. Perasso, 2017). Aktuell gehen die amerikanischen Fußballerinnen gegen ihren eigenen Verband, der U.S. Soccer Federation, vor, dem sie institutionelle, geschlechterspezifische Diskriminierung (gender discrimination lawsuit) und damit ungerechtfertigte geringere Bezahlung gegenüber den Mitgliedern der Männernationalmannschaft, schlechtere Arbeitsbedingungen und geringere Investitionen in den Frauensport vorwerfen. Die US-Fußballerinnen kämpfen für die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Pendants.

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Die FIFA Fußball-WM und die Folgen einer Bewerbung

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Kurz vor der WM- stellten wir uns bei der Gesellschaft für bedrohte Völker die Frage: Ist Sport politisch – auch der Fußball wurde thematisiert.

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re:publica 2017 – Wie digitale Medien das Machtmonopol von Spitzensportverbänden verändern (Teil 1)

Diskussionsrunde mit Marthe-Victoria Lorenz (fairplaid), Jonathan Koch (Athletenkommission), Jonathan Sachse (Correct!v, fussballdoping.de), Benjamin Bendrich (www.derballluegtnicht.com) auf der re:publica 2017

Impulsreferat (Extended Version) zum Thema Spitzensport und digitale Medien

Skandale haben in letzten Monaten den nationalen und internationalen Spitzensport erschüttert. Weitreichende Doping- und Korruptionsskandale in Zusammenhang mit den am wirtschaftlichen Erfolg interessierten Verbänden IOC und FIFA schaden dem Spitzensport insgesamt nachhaltig. Sowohl national und als auch international wird der Spitzensport zu einem intensiv diskutierten politischen Thema. Der Spitzensport hat dabei erheblich an gesellschaftlichem Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren und befindet sich zurzeit in seiner wohl größten Sinnkrise. Besonders Athleten, so auch die deutschen, leiden unter den aktuellen Skandalen und dem  Imageverlust. Da ist es kein Wunder, dass Olympiabewerbungen in Deutschland zurzeit gesellschaftlich nicht gewollt und unrealistisch erscheinen. Noch immer instrumentalisieren Funktionäre den Spitzensport für eigene Interessen und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Athleten. Spitzensportler sind gezwungen, sich den intransparenten Verbands- und Förderstrukturen zu fügen.

Besonderheiten in Deutschland beeinflussen die Weiterentwicklung des Spitzensports immens. So hat sich der Fußball zu einem platzraubenden Ungeheuer entwickelt, das alle anderen spitzensportlichen und sportpolitischen Themen zeitweise erstickt, und in Deutschland auch von einer Monokultur Fußball gesprochen werden kann. Die Übermacht des Fußballs lässt den restlichen Spitzensport klein erscheinen.

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